nungsaufwand  in  der  Einkommenstufe  von  1200—1600  M:  bei  Arbeiterfamilien ­
  16,8  %,  bei  Beamten-  und  Lehrersamilien  20,5  %;  in  der
Einkommenstufe  von  1600—2000  M:  17,7  bzw.  18,5  %;  bei  2000  bis
2500  M:  17  bzw.  18,9%;  bei  2500—3000  M:  15,5  bzw.  19,4  %;
bei  3000—4000  M:  13,9  bzw.  19,3%.  In  den  Großstädten  betrug  der
Anteil  der  Mietausgaben  18,4,  auf  dem  platten  Lande  12,9  %.
Die  jeweilige  Stärke  und  Dringlichkeit  des  Wohnungsbedarfs  ist  abhängig ­
  von  der  Bevölkerungsbewegung,  von  der  Kaufkraft  der  Bevölkerung ­
  und  von  Sitte  und  Gewohnheit  (Arbeitszeit).  Adolf  Weber.,
der  sich  eingehend  mit  diesen  Fragen  beschäftigt  hat  und  als  einer  der
besten  Kenner  der  Materie  gilt  ff.  a.  seine  Schrift  „Bodenrente  und
Bodenspekulation  in  der  modernen  Stadt"),  sagt:  „Jeder  dieser  drei
Faktoren  macht  sich  zeitlich  und  örtlich  in  verschiedenem  Maße  geltend
mit  der  Folge,  daß  Qualität  und  Quantität  der  Wohnungsnachfrage  über-«us
  schwankend  sind  und  einigermaßen  zuverlässig  im  voraus  überhaupt
nicht  geschätzt  werden  können.  Das  bedingt  zeitweise  mehr  oder
minder  empfindliche  Stockungen  und  dauernd  eine  Erhöhung  der
Risikoprämie,  auf  die  der  Wohnungsunternehmer  Anspruch  erheben  kann."
Die  Wohnungsfrage  ist  nicht  bloß  eine  Frage  der  Arbeiterklasse, ­
  sie  ist  von  gleichwichtiger  Bedeutung  auch  für  den  Mittelstand,  für
den  Kaufmann  und  für  den  kaufmännischen  Angestellten,  der  sich  nach
getaner  Arbeit  nach  einem  gesunden,  behaglichen  Heim  sehnt.  Sie  ist  ein
Stück  Familienproblem.  Während  die  Lebenshaltung  der  unteren
und  mittleren  Klassen  in  den  letzten  Jahrzehnten  erheblich  besser  geworden ­
  ist,  haben  die  Wohnungsverhältnisse  eine  Verschlechterung ­
  erfahren.
In  Berlin  gab  es  1875  112  354  Wohnungen,  die  nicht  mehr  als
1  heizbares  Zimmer  hatten;  1910  war  ihre  Zahl  auf  262318  angewachsen.
1875  hatte  noch  mehr  als  ein  Drittel  der  Einzimmerwohnungen  eine
Kammer  als  Zubehör;  1910  noch  nicht  ein  Zehntel;  1875  wohnte  1 / 2  Million ­
  Menschen  in  Berlin  in  solchen  Wohnungen;  1910  in  Groß-Berlin
mehr  als  V/ 2  Million.  Rechnet  man  jede  Wohnung  als  überfüllt,  in
der  mehr  als  4  Personen  auf  ein  heizbares  Zimmer  kommen,  so  gab  es
1875  in  Berlin  28  238  überfüllte  Wohnungen  mit  184  230  Bewohnern,
1912  hingegen  in  Groß-Berlin  etwa  100  000  mit  600  000  Bewohnern.

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