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III.  vevökkerungsfrage.
I.  Bevötherungstebre  (Populotlomftlh).
Einen  wichtigen  Faktor  zur  Herstellung  des  Gleichgewichts  zwischen
Produktion  und  Konsumtion  bildet  die  G  r  ö  ß  e  d  e  r  B  e  v  ö  l  k  e  r  u  n  g.
Sie  übt  einen  entscheidenden  Einfluß  auf  die  Kultur  und  die  gesamte
Volkswirtschaft  aus,  denn  durch  jede  Vermehrung  oder  Verminderung  der
Bevölkerung  wächst  bzw.  verringert  sich  die  Zahl  der  Produzenten  und.
Konsumenten.  Es  entsteht  nun  die  Frage,  wie  verhält  es  sich  bei  der
wachsenden  bzw.  geringer  werdenden  Anzahl  der  Menschen  in  einem
Lande  mit  dem  Gleichgewicht  zwischen  Produktion  und  Konsumtion,  und
welche  Mittel  müssen  angewendet  werden,  um  ev.  die  Volksvermehrung
zu  hemmen  oder  zu  fördern?
Unter  „Bevölkerung"  versteht  man  die  Gesamtheit  der  gleichzeitig ­
  auf  einem  bestimmten  Gebiete  wohnenden  Menschen.  Sie  wird  als
„dünn"  bezeichnet,  wenn  der  Boden  ertragsfähiger  ist,  als  zur  Ernährung
der  Bewohner  nötig  ist.  „D  i  ch  t"  oder  „außerordentlich  dicht"
nennt  man  sie  im  allgemeinen,  wenn  die  Bodenerzeugnisse  des  betr.
Landstrichs  zur  Befriedigung  des  Nahrungsbedarfs  nicht  mehr  ausreichen. ­
  Von  einer  „Übervölkerung",  auf  deren  Gefahr  zum
erstenmal  M  a  l  t  h  u  s  hingewiesen  hat,  unterscheidet  sich  eine  „dichte  Bevölkerung" ­
  dadurch,  daß  bei  jener  nicht  nur  ein  Mangel  an  Nahrungsmitteln, ­
  sondern  auch  an  anderen  Erzeugnissen,  die  gegen  Bodenprodukte
eingetauscht  werden  können,  d.  h.  also  ein  Mißverhältnis  zwischen  Bewohnerzahl
  und  Unterhaltmitteln  besteht,  während  die  Lebenshaltung
einer  dichten  Bevölkerung  sin  Jndustriebezirken)  unter  Umständen  eine
erheblich  bessere  als  die  einer  dünnen  sLand-s  Bevölkerung  sein  kann.
Geht  die  Bevölkerungsdichte  unter  ein  gewisses  Minimum  herab,  dann
wird  die  Kulturentwicklung  gehemmt  werden.
Ta  die  Begriffe  „dünn"  und  „dicht"  sehr  dehnbar  sind,  wird  die
Bevölkerungsdichte  durch  die  Anzahl  der  Personen,  die  auf  1  qkm  wohnen,
ausgedrückt.  In  Deutschland  betrug  die  Bevölkerung  1910  annähernd
65  Millionen,  1919  59  Millionen.  Während  1910  auf  den  qkm  120  Einwohner ­
  kamen,  entfallen  jetzt  beinahe  126  auf  den  qkm.  Neben  der  Be-