Wölkerungsgröße  und  -dichte  sind  für  die  physische  Leistungsfähigkeit  auch
die  Altersstufen  und  das  Zahlenverhältnis  der  Geschlechter  von  Bedeutung. ­

Was  die  Altersstufen  anbelangt,  so  unterscheidet  man  Jahrgänge
des  Erwerbs  und  Jahrgänge,  in  denen  Erwerbstätigkeit  noch  nicht  oder
wicht  mehr  ausgeübt  werden  kann.
Da  die  F  r  a  u  an  der  Produktion  sich  wesentlich  weniger  als  der  Mann
beteiligt,  so  ist  es  für  das  Verhältnis  der  Produktion  zur  Konsumtion  in
einem  Lande  nicht  unwesentlich,  wie  die  Zahl  der  Personen  des  männlichen ­
  Geschlechts  sich  zu  der  des  weiblichen  verhält.  Es  kamen  am  Anfang ­
  dieses  Jahrhunderts  auf  1000  Männer  in  Europa  1024,  in  Amerika
973,  in  Asien  958,  in  Australien  852  und  in  Afrika  968,  in  Deutschland ­
  1040  (1919:  1185),  in  England  1132,  in  Frankreich  1014,  in  Italien
995,  in  Griechenland  905  Frauen.
Die  Zunahme  der  Bevölkerung  beruht  auf  dem  Überschuß
zwischen  Geburten  und  Todesfällen  und  der  Ein-  und  Auslvanderung.
Die  durch  Geburten  und  Todesfälle  hervorgerufene  Größenveränderung
nennt  man  die  natürliche  Bevölkerungsbewegung,  im
Gegensatz  zu  der  wirklichen  Bevölkerungsbewegung,  bei
der  außerdem  noch  das  Plus  oder  Minus,  das  die  Differenz  zwischen
Ein-  und  Auswanderung  ergibt,  berücksichtigt  worden  ist.  Dem  natürlichen ­
  Zuwachs  der  Bevölkerung  entspricht  in  etwa  gleichen  Verhältnissen
überall,  mit  Ausnahme  von  Irland  und  Frankreich,  auch  der
wirkliche  Zuwachs.
In  Irland  findet  infolge  der  wirtschaftlichen  Notlage,  trotz  eines  Geburtenüberschusses
  von  etwa  8  pro  Mille  jährlich,  eine  jährliche  wirkliche
Abnahme  der  Bevölkerung  von  4—5  pro  Mille  statt.
In  den  höheren  Schichten  ist  die  Zahl  der  Geburten  pro  Ehe  geringer
als  in  den  unteren  Klassen.  Ursache  dafür  ist  wohl,  daß  der  Vater,  der
selbst  mühsam  emporstieg,  den  Wunsch  hegt,  seine  Kinder  im  selben  Lebenskreise ­
  zu  halten.  Weiterer  Grund  kann  sein  die  Selbstsucht  der  Eltern,
die  die  Unbequemlichkeiten  durch  Kinder  scheuen,  der  Wunsch,  sich  keine
Entbehrungen  aufzuerlegen  usw.  Was  für  die  wohlhabenden  Klassen  gilt,
gilt  auch  für  die  Rentnervölker,  wie  z.  B.  Frankreich.  Verbesserungen
in  ber  Hygiene  können  aber  die  Sterblichkeitsziffer  mindern  und  dadurch
ausgleichend  wirken.

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