277

sähe  für  ausgeliehene  Gelder  bald  allgemeiner  Beliebtheit  erfreute.
1717  gründete  Law  mit  einem  Kapital  von  100  Millionen  L  die  M  i  s  -
s  i  s  s  i  P  P  i  -  G  e  s  e  l  l  s  ch  a  ft,  deren  Zweck  Ausbeutung  der  Mississippiländer ­
  war.  Die  in  Verfall  geratene  ostindische,  chinesische  und  afrikanische ­
  Kompagnie  kaufte  er  auf  und  verschmolz  die  Gesellschaften  zur
Compagnie  des  Indes.  Kapital:  50  Millionen  L,  eingeteilt  in  Stücke  zu
500  L.  Von  500  stieg  der  Preis  der  Aktien  auf  550,  1000,  5000  und
schließlich  auf  18  000—20  000  L.  Da  kam  die  Gewinnverteilung:
40  %  Dividende  warf  die  Generalversammlung  aus.  Einige  Besitzer  ,
fingen  zu  rechnen  an:  40  o/o  auf  500  L  nominale  —  200  S;  bei  einem
Kurse  von  20  000  L  heißt  dies  200  L  auf  20  000  L,  d.  h.  das  Geld  verzinst ­
  sich  nur  mit  1  %.  Nun  ging  es  ans  Verkaufen.  Um  den  Kurs  zu
halten,  werden  von  der  Verwaltung  1  Milliarde  L  Banknoten  ausgegeben,
aber  niemand  wollte  die  Banknoten  mehr  annehmen.  In  schnellem  Tempo
fiel  der  Preis  der  Aktie  von  20  000  auf  40  L,  aber  auch  dieser  Kurs  war
noch  zu  hoch,  denn  bei  der  wenige  Monate  später  nötig  gewordenen  Liquidation ­
  kamen  auf  die  Aktie  nur  5  L.  Der  Zusammenbruch  der  Lawschen
Unternehmungen  mußte  bei  den  Riesensummen  naturgemäß  eine  große
Handels-  und  Verkehrsstockung  zur  Folge  haben.
Am  Ende  des  18.  Jahrhunderts  erlebte  Frankreich  die  sog.  Assignatenkrisis. ­
  Um  die  drückende  Schuldenlast,  die  die  Revolutionsregiernng
  von  1789  als  Erbe  übernommen  hatte,  zu  mindern,  zog  sie
die  reichen  Klostergüter  ein.  Da  diese  schwer  zu  veräußern  waren,  gab
sie,  gesichert  durch  die  konfiszierten  Güter,  auf  den  Namen  lautende  verzinsliche ­
  Schuldverschreibungen  aus.  Im  Herbst  1790  hörte  die  Verzinsung ­
  auf,  und  die  Scheine  (Siffignoten)  gelangten  in  immer
kleinerer  Stücklung  in  den  Verkehr.  Ihr  Betrag  wurde  rasch  vermehrt,
bis  er  1796  die  Höhe  von  45  Milliarden  Franken  erreicht  hatte.  1793  trotz
des  Zwangskurses  bereits  auf  ein  Drittel  ihres  Nominalwertes  gesunken,
war  der  Wert  der  Assignaten  im  Dezember  1795  3 / 4 °/o,  d.  h.  100  Fr
Papiergeld  wurden  so  hoch  bewertet,  wie  3 / 4  Fr  Metallgeld.  Dementsprechend ­
  stiegen  die  Preise  aller  Güter.  Im  Februar  1796  wurden  die
Assignaten  außer  Kurs  gesetzt.
Für  das  Wirtschaftsleben  zahlreicher  Länder  waren  die  Kriegsjahre
1756—1763  von  einschneidender  Bedeutung.  In  Hamburg  hatte
während  dieser  Zeit  der  Handel  starken  Aufschwung  genommen.  Nach