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Friedensschluß  trat  ein  Rückschlag  ein,  dem  aber  bald  wieder  ein  Ausschwung ­
  und  wenige  Jahre  später  eine  zweite  heftigere  Krisis  folgte,  deren
Hauptursachen  Münzverschlechterungen  und  Wechselreitereien  waren.
Hatten  die  Napoleonischen  Kriege  für  England  einen  großen  Aufschwung ­
  zur  Folge  —  war  es  den  Engländern  doch  gelungen,  den  Handel
fast  der  ganzen  Welt  an  sich  zu  reißen  —,  so  machten  sich  1815  die  Folgen
der  Massenproduktion  übel  bemerkbar:  Ein  allgemeiner  Preissturz,  begleitet ­
  von  zahlreichen  Bankerotten,  trat  ein.  Die  Segnungen  des
Friedens  und  gute  Ernten  ließen  aber  die  Wunden  des  ungesunden  Wirtschastskörpers
  bald  heilen.  Doch  allzu  schnell  waren  die  traurigen  Folgen
der  Überproduktion  wieder  vergessen.  Zahlreiche  Neugründungen  wurden
vorgenommen,  und  10  Jahre  später  folgte  eine  neue  Absatzkrisis,  die  auch
das  Bankwesen  des  Landes  —  70  englische  Provinzialbanken  sahen
sich  genötigt,  ihre  Zahlungen  einzustellen  —  sehr  in  Mitleidenschaft  zog.
Zu  etwa  gleicher  Zeit  (1818—1826)  war  in  Deutschland  eine
Agrarkrisis  ausgebrochen:  Infolge  guter  Ernten  in  ganz  Europa
waren  die  Getreidevorräte  erheblich  gewachsen  und  die  Preise  infolgedessen ­
  stark  zurückgegangen.  Zahlreiche  Landwirte  gerieten  in  Not:  Viele
Güter  und  Grundstücke  gelangten  zur  Versteigerung.  Den  Pächtern  mußte
Nachlaß  und  Stundung  der  Pacht  gewährt  werden.
Die  1837  in  Nordamerika  ausgebrochene  Krisis  hatte  ihre  Ursache ­
  zum  großen  Teil  in  den  ungesunden  Bankverhältnissen.  Zahlreiche
Banken  waren  entstanden,  die  von  dem  Recht  der  Notenausgabe  sehr  ausgiebigen ­
  Gebrauch  gemacht  hatten  und  nun  1837  alle  ihre  Barzahlungen
einstellten.
Auch  das  Jahr  1847  ist  wieder  durch  eine  von  England  ausgehende
Krisis,  verursacht  durch  Mißernte  und  Kartoffelkrankheit,  gekennzeichnet.
Hatte  man  in  England  gehofft,  allen  Krisen  durch  die  Peelsche  Bankakte ­
  von  1844  vorbeugen  zu  können,  so  zeigte  sich  jetzt,  daß  man  sich  getäuscht
  hatte.  Im  Gegenteil,  das  Peelsche  Gesetz,  das  die  Befürchtung
nahelegte,  die  Bank  werde  keine  Kredite  mehr  gewähren,  verschärfte  die
Krisis  noch  in  erheblichem  Maße.
Die  Krisis  von  1857,  die  ihren  Ausgangspunkt  in  Amerika  hatte,  verbreitete ­
  sich  auch  über  England,  wo  die  Bankakte,  wie  bereits  1847,
suspendiert  werden  mußte.  1866  führte  der  Sturz  des  Hauses  Overend,
Gurney  u.  Co.  nochmals  zu  einer  Kreditkrisis  in  England.

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