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föderierten  Staaten),  oder  wenn  zu  wenig  Umlaufsmittel  vorhanden
sind,  wie  z.  B.  bei  der  englischen  Geldkrisis  von  1696,  oder  wenn  sich  das
Wertverhältnis  (Relation)  des  Metallgeldes  zum  Papiergeld  wesentlich
verändert  hat.
Eine  Agrarkrisis  ist  eine  durch  starken  Rückgang  des  Getreide-Preises
  und  anderer  Bodenprodukte  bei  der  Landwirtschaft  eingetretene
Krankheitserscheinung.  Früher,  als  es  noch  an  Transportgelegenheiten
fehlte,  konnte  sie  sogar  bei  günstigen  Ernten  eintreten,  so  z.  B.  in  den
1820er  Jahren  in  Deutschland.  Die  Einnahmen  der  Landwirte  werden
durch  einen  großen  Preisdruck  der  Bodenprodukte  wesentlich  geringer,
während  die  Ausgaben  kaum  eine  Verminderung  erfahren  können.
Die  U  r  s  a  ch  e  n  der  Krisen  sind  hiermit  in  den  Hauptsachen  angegeben.
Die  Krisen  der  früheren  Jahrhunderte  traten  unregelmäßig,  stets  heftig
und  langdauernd  auf.  Sie  waren  die  Wirkung  einer  einzelnen  Ursache,
z.  B.  eines  Krieges,  einer  Mißernte,  einer  lokalen  Überproduktion.  Die
Krisen  des  19.  Jahrhunderts  dagegen  sind  charakterisiert  durch  ihre
Wiederholung  in  bestimmten  Zeiträumen,  ihre  kürzere  Dauer,  ihren
milderen  Verlauf.  Vor  allem  in  den  letzten  Jahrzehnten  kann  man  die
Krisen  kaum  noch  als  eigentliche  Krisen  bezeichnen;  sie  sind  einfach  als
Konjunkturschwankungen  anzusehen  und  wiederholen  sich  daher  rascher.
Dadurch,  daß  man  die  Symptome  der  Krankheit  und  ihren  Verlauf
kennt,  daß  Statistiken  bei  der  Hand  sind  und  der  Telegraph  alle  wichtigen
Vorkommnisse  in  den  entferntesten  Orten  in  die  Industrie-  und  Handelszentren ­
  weiter  meldet,  kann  man  der  Krisis  heute  verhältnismäßig  leicht
Herr  werden.  Auf  die  zahlreichen  zur  Bekämpfung  und
Dämpfung  der  Krisen  in  Vorschlag  gebrachten  Mittel  kann  hier
nicht  näher  eingegangen  werden.  Das  eine  steht  fest:  Ein  Universalmittel
  gibt  es  nicht.  Die  Krisen  sind  notwendigerweise  mit  der  wirtschaftlichen ­
  Organisation  verknüpft  und  werden  erst  durch  eine  neue
Produktionsordnung  beseitigt  werden  können.  Werden  die  schädlichen
Wirkungen  der  Krisen  von  vielen  schlimmer  erachtet,  als  sie  tatsächlich
sind,  so  halten  sie  manche  sogar  für  einen  Segen:  Max  Wirth  vergleicht ­
  sie  mit  einem  Gewitter,  das  zwar  Getreide  beugt  und  Bäume
umwirft,  aber  auch  dieLuft  reinigt  und  befruchtend  wirkt.
Im  Anschluß  hieran  seien  noch  die  wichtigsten  Krisentheorieu  gekennzeichnet. ­
  In  früherer  Zeit  begnügte  man  sich  damit,  in  der  Krisis  ein