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Strafgericht  Gottes  zu  sehen.  Eine  bessere  Erkenntnis  ihres  Wesens  entstand ­
  seit  Ende  des  18.  Jahrh.  Die  Überproduktionstheorie  vertrat  zuerst
M  a  l  t  h  us.  Er  behauptet,  daß  die  Nachfrage  nach  Gütern  durch  die  Kapitalansammlung
  der  Reichen  nicht  im  selben  Verhältnis  steigen  könne  wie
die  Produktion  und  der  Absatz  stocken  müsse.  Demgegenüber  betont
I.  B.  Sah,  daß  die  Krisis  nicht  aus  einem  Zuviel  an  Gütern  überhaupt ­
  beruhe,  sondern  die  Folge  einer  t  e  i  l  w  e  i  s  e  n  Überproduktion  in
einigen  Erwerbszweigen  sei  (Theorie  der  Absatzwege).
Ganz  entgegengesetzt  erklären  Robert  Owen,  Sismondi  und
Rodbertus  die  Krisen  durch  die  Unterkonsumtion  der  Massen:  Die
Arbeiter  erhalten  als  Lohn  einen  zu  geringen  Teil  des  Produktionsertrages ­
  und  können  daher  nicht  genug  landwirtschaftliche  und  industrielle
Erzeugnisse  beziehen.  Karl  Marx  schließt  sich  in  gewisser  Beziehung
dieser  Krisentheorie  an,  erblickt  doch  aber  die  Hauptursache  in  der
„anarchischen"  kapitalistischen  Produktionsweise,  die  den  Bedarf
nicht  richtig  überschauen  lasse.  Das  Kapital  strebe  nach  ständiger  Ausdehnung ­
  der  Produktion.  Gerade  durch  diese  Überproduktion  an  Kapital
sänke  die  Profitrate,  und  das  Kapital  fände  nun  keine  gewinnbringende
Anlagemöglichkeiten  mehr.  Dieser  Kreislauf  wiederhole  sich  beständig.
Die  Periodizität  der  Krisen  stellt  I  e  v  o  n  s  in  den  Mittelpunkt  seiner
Betrachtungen.  Er  will  die  Krisen  auf  die  Mißernten,  und  diese  wieder
auf  die  alle  10  Jahre  wiederkehrenden  Sonnenflecken  zurückführen.  —
Neuere  Theorien  (Tugan-Baranowsky  u.  a.)  erklären  die  Störungen ­
  des  Wirtschaftslebens  damit,  daß  sich  die  verschiedenen  Produktionszweige ­
  nicht  gleichmäßig  entwickeln.