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Plato  (f  348  v.  Chr.)  hat,  wie  Lenophon,  wenig  übrig  für  den
Beruf  der  Handwerker  und  Kaufleute,  „die  gewohnt  sind,  zu  lügen  und
zu  betrügen".  Auf  seine  Schrift  „Vom  Staat",  die  Utopistische  Entwürfe
einer  idealen  Staatsordnung  enthält,  wird  noch  zurückzukommen  sein.
A  r  i  st  o  t  e  l  e  s  ff  322  v.  Chr.),  als  „Zlhnherr  aller  eigentlichen
Staatswissenschaft"  bezeichnet,  beschäftigte  sich  zwar  hauptsächlich  mit  polttischen
  Verfassungsfragen,  sprach  aber  auch  in  seinen  Schriften  „Ethik"
und  „Politik"  bedeutsame  Wahrheiten  über  das  wirtschaftliche  und  soziale
Leben  aus.  4L  a.  unterschied  er  bereits  Natural-  und  Geldwirtschaft,
Tausch-  und  Gebrauchswert.  Im  Geld  sieht  er  nicht  den  HauptträgeL
des  Reichstums;  sein  Gebrauchswert  sei  gering  (Fabel  von  Midas).  Die
Sklaverei  hält  er  erst  dann  für  entbehrlich,  wenn  „die  Weberschiffchen  von
selbst  fliegen  und  die  Zitterschägel  sich  von  selbst  bewegen".
Über  die  volkswirtschaftlichen  Anschauungen  der  alten  Römer  erfahren ­
  wir  einiges  im  corpus  Juris  civilis.  Von  den  römischen  Schriftstellern, ­
  die  sich  mit  wirtschaftlichen  Fragen  beschäftigten,  ist  in  erster
Linie  Cicero  zu  nennen.  Er  preist,  wie  die  antiken  griechischen
Schriftsteller,  die  Landwirtschaft  und  hält  Handwerk  und  Handel  für
ein  schmutziges  Gewerbe  (sordida  ars).  Zu  erwähnen  sind  ferner
S  e  n  e  c  a  (Gegner  des  Luxus  und  der  Sklavenmißhandlung)  und  P  l  i  -
nius  der  Ältere.
2.  Das  Mittelalter  und  der  vsginn  der  Neuzeit.
Die  immer  mehr  durchdringende  Lehre  Christi,  die  den  rücksichtslosen
Egoismus  verurteilte  und  Liebe  und  Entsagung  predigte,  die  Gleichheit
aller  verkündigte,  Sklaverei  und  Unfreiheit  abschaffen  wollte,  andererseits ­
  aber  auch  lehrte,  daß  Arbeit  keine  Schmach  sei  —  diese  neue  Lehre
konnte  auch  auf  das  Wirtschaftsleben  der  damaligen  Zeit  nicht  ohne  Einfluß ­
  bleiben.
Theologen,  Thomas  von  Aquino  (f  1274,  Schrift:  de  regimine
principuum),  der  Bischof  Nicolaus  Oresmius  (f  1382,  Schrift:  Über  das
Geld,  „tractatus  de  mutatione  monetarum“),  Bernhardin  von  Siena
(t  1444,  Schrift:  Über  Produktion,  Güterumlauf,  Konsumtion),  Gabriel
Biel  (f  1495,  Schrift:  „Über  Bedeutung  und  Nutzen  der  Münzen"),  waren
cs  in  erster  Linie,  die  sich  auf  Basis  der  christlichen  Lehre  mit  wirtschaftlichen ­
  Fragen  beschäftigten  und  wirtschaftliche  Ideen  formulierten.