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3.  Das  (Derfcantitfvftem.
Im  16.  und  17.  Jahrhundert  bildete  sich  in  allen  modernen  Staaten
das  Bestreben  heraus,  ergiebige  Geldquellen  zu  schaffen.  Um  die  Mittel
für  Heer  und  Beamtentum  zu  gewinnen,  den  Reichtum  ihres  Landes  und
den  Wohlstand  des  einzelnen  zu  mehren,  sind  die  Staaten  bemüht,  dem
Lande  eigenen  Handel,  eigene  Schiffahrt,  eigene  Industrie
zu  geben.
Der  Reichtum  eines  Landes,  so  urteilte  man  damals  allgemein,  bestehe,
  ebenso  wie  der  Reichtum  eines  Privatmannes,  im  Besitz  von  Edelmetall ­
  und  von  Geld,  als  der  flüssigsten  Form  des  beweglichen  Kapktals.
  Daher  sei  der  Vorrat  an  Edelmetallen  zu  erhöhen.  Es  könne  dies
auf  verschiedene  Arten  erfolgen:  durch  Verbot  der  Ausfuhr  von  Edelmetallen ­
  oder  durch  Begünstigung  ihrer  Einfuhr  oder  durch  Hebung  der
im  eigenen  Boden  liegenden  Schätze  (Gold-  und  Silberbergbau).  Um
Gold  vom  Auslande  ins  Inland  ziehen  zu  können,  müsse  dafür  gesorgt
werden,  daß  der  internationale  Handel  gefördert  werde  und  ans  Ausland
mehr  verkauft  als  von  ihm  gekauft  werde,  die  Ausfuhr  also  die  Einfuhr
übersteige,  oder,  wie  man  es  ausdrückt,  daß  die  Handels-  bzw.  Zahlungsbilanz ­
  (die  Handelsbilanz  bildet  nur  einen  Teil  der  Zahlungsbilanz)
stets  günstig  (aktiv)  sei.
Diejenigen,  die  diese  Grundsätze  aufstellten  und  befolgten,  wurden
Merkantilisten,  ihre  Lehre,  die  in  allen  neuen  Staaten  zur  Herrschaft ­
  gelangte,  Merkantilsystem  (Mercantil  —  den  Handel  betreffend) ­
  genannt.  Man  pflegt  dieses  System  als  die  erste  Gestaltung
einer  wissenschaftlichen  Theorie  der  Nationalökonomie  zu  bezeichnen.
Erlangung  einer  günstigen  Handelsbilanz  war  das  Hauptziel  der
damaligen  Regierungen.  Fehlen  dem  Lande  Gold-  und  Silberminen,  so
müsse  der  Außenhandel  das  fehlende  Edelmetall  ins  Land  bringen.
Aus  diesem  Grunde  förderte  man  die  Ausfuhr  heimischer  Produkte  durch
Gewährung  von  staatlichen  Unterstützungsgeldern  (Ausfuhrprämien),  begünstigte ­
  die  Einfuhr  von  R  o  h  st  o  f  f  e  n  ,  deren  Verarbeitung  im  Anlande ­
  Arbeitsgelegenheit  schafft,  erschwerte  dagegen,  bzw.  verbot  die  Ausfuhr ­
  inländischer  Rohstoffe  und  die  Einfuhr  solcher  Waren,  die  im  Inlands ­
  gut  und  in  hinreichender  Menge  erzeugt  werden  konnten.
Zur  Erleichterung  und  Hebung  des  Verkehrs  baute  man  Straßen  und
Kanäle.  Handelskompagnien  wurden  errichtet  und  mit  weitgehenden