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leitenden  Gedanken  durch,  daß  alle  wesentlichen  wirtschaftlichen ­
  Interessen  in  Harmonie  stehen.  Diese  Harmonie
werde  vor  allem  dann  zutage  treten,  wenn  unbedingte  wirtschaftliche ­
  Freiheit  herrsche,  bei  der  ein  Gegensatz  zwischen  dem  Interesse
des  einzelnen  Bürgers  und  dem  der  Gesamtheit  nicht  bestehen  könne.
Für  diese  Idee  der  wirtschaftlichen  Freiheit,  für  den  Freihandel,
ist  Bastiat,  das  Haupt  der  F  r  e  i  h  a  n  d  e  l  s  s  ch  u  l  e  in  Frankreich,  in
zahlreichen  populären  Vorträgen  und  Schriften  erfolgreich  eingetreten.
Auf  seinen  Einfluß  ist  es  zurückzuführen,  daß  Napoleon  III.  an  Stelle
des  prohibitiven  Schutzsystems  mäßige  Schutzzölle  setzte,  daß  die  Freihandelsidee ­
  nicht  nur  in  Frankreich,  sondern  auch  in  Deutschland  immer
mehr  Anhänger  gewann.
Die  Malthussche  Bevölkerungslehre  bekämpft  Bastiat  mit
der  Gegenbehauptung,  daß  durch  eine  Volksvermehrung  eine  Produktionserhöhung ­
  und  damit  eine  Hebung  des  Volkswohlstandes  eintrete.  In  der
W  e  r  t  l  e  h  r  e  stimmt  er  mit  Ricardo  darin  überein,  daß  Werte  nur
durch  menschliche  Arbeit  erzeugt  werden  können.  Um  aber  den  Begriff
des  Nutzens  stärker  zu  betonen,  formuliert  er  sein  Wertgesetz:  „Der
Wert  ist  das'  Verhältnis  zweier  ausgetauschter  Dienste."  Er  folgert
weiter,  daß  nur  das  Eigentum  zu  rechtfertigen  sei,  das  auf  Grund
von  Arbeit  entstanden  sei.  „Ein  jeder  Mensch  besitzt  Anspruch ­
  auf  das,  was  er  erarbeitet  hat,  aber  nur  auf
d  a  s."  Auf  die  Naturkräfte  soll  niemand  einen  Anspruch  erheben  dürfen.
Sie  müssen  gemeinsam  allen  zur  Verfügung  stehen.
Ebenso  wie  Bastiat  kämpfte  auch  der  Amerikaner  Henry  Charles  Carey
(1793—1879)  gegen  die  pessimistischen  Anschauungen  des  Ricardo  und
Malthus  und  trat  deren  Lehren  von  der  B  e  v  ö  l  k  e  r  u  n  g,  der  Grundrente ­
  und  dem  Arbeitslöhne  entgegen.
Carey,  1793  in  Philadelphia  geboren,  kam  bereits  im  Alter  von
12  Jahren  in  die  Buchhandlung  seines  Vaters  als  Lehrling  und  nutzte
die  sich  ihm  hier  bietende  Gelegenheit,  nationalökonomische  Schriften
zu  lesen,  nach  Möglichkeit  aus.  Da  seine  Intelligenz  und  sein  auf  das
Praktische  gerichteter  Sinn  ihn  schon  in  jungen  Jahren  zu  einem  wohlhabenden ­
  Mann  machten,  so  konnte  er  sich  bald  ausschließlich  wirtschaftlichen ­
  Studien  und  reger  schriftstellerischer  Tätigkeit  widmen.  Sein
Hauptwerk  „Principles  of  social  scienee“  erschien  1858—59  in  3  Bänden.