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Schutzzolles  und  Kämpfer  für  ein  konsequentes  Schutzzollsystem  in  Deutschland ­
  ist  vor  allem  Friedrich  Li  st  (1789—1846)  zu  nennen.  Ausführlich ­
  entwickelte  er  seine  Ideen  in  dem  1841  erschienenen  Werke:  „Das
nationale  System  der  politischen  Ökonomie".
ListsLeben  war  sehr  bewegt:  1789  in  Reutlingen  als  Sohn  eines
Weißgerbers  geboren,  besuchte  er  bis  zum  14.  Jahr  die  Lateinschule  seiner
Vaterstadt,  kam  dann  nach  kurzer  Tätigkeit  in  der  väterlichen  Werkstätte
als  Schreiber  in  eine  Kanzlei  und  später  als  Steuer-  und  Güterbuchkommissar
  nach  Tübingen,  wo  er  an  der  Universität  staats-  und  rechtswissenschaftliche ­
  Vorlesungen  hörte.  Bald  lenkte  er  die  Aufmerksamkeit
des  Ministeriums  in  dem  Maße  auf  sich,  daß  ihm  1817  eine  Professur
für  Staatswissenschaften  an  der  Universität  Tübingen  angetragen  wurde.
1819  bereits  aber  wurde  er  genötigt,  sie  wieder  niederzulegen,  weil  er
ohne  Ermächtigung  der  Württembergischen  Regierung  den  „Deutschen
Handels-  und  Gewerbeverein"  gegründet  und  geleitet,  und  in  einer  Petition ­
  an  den  Bundestag  Aufhebung  der  für  den  Handel  lästigen  Binnenzölle ­
  —  eine  Ware  von  Hamburg  nach  Wien  mußte  38  Zollgrenzen
passieren  —  gefordert  hatte.
Die  Einwohner  seiner  Vaterstadt  Reutlingen  wählten  ihn  nun  in  die
Ständekammer.  Die  Regierung  jedoch  annullierte  die  Wahl.  Zwei
Jahre  später  schickten  ihn  die  Reutlinger  als  Abgeordneten  in  die  Kammer, ­
  aus  der  er  bereits  1821  wieder  wegen  Beschimpfung  von  Staatsbeamten ­
  ausgestoßen  wurde.  Gleichzeitig  wurde  er  zu  Festungshaft  und
Zwangsarbeit  verurteilt,  floh  aber,  bereiste  England,  Frankreich,  die
Schweiz  und  nachher  A  m  e  r  i  k  a,  wo  er  sich  mit  rüstiger  Kraft  trotz
mannigfacher  Anfechtungen  eine  neue  Existenz  schuf.
Die  Eindrücke  und  Erfahrungen,  die  er  in  Amerika  gesammelt  hatte,
gaben  seiner  späteren  Wirksamkeit  eine  bestimmte  Richtung.  Hier  hatte
er  die  hohe  wirtschaftliche  Bedeutung  der  Eisenbahnen ­
  kennen  gelernt,  und  als  er  1632  als  amerikanischer  Konsul  nach
Deutschland  zurückgekehrt  war,  trat  er  mit  aller  Energie  für  den  Bau  von
Eisenbahnen  ein.  „Die  Eisenbahn  wird  Teuerung  in  einem  Landesteil
unmöglich  machen.  Sie  wird  ermöglichen,  daß  jeder  dort  Arbeit  sucht,
wo  seine  Arbeit  verlangt  wird.  Strategisch  wird  sie  für  den  Angriffswie
  für  den  Verteidigungskrieg  von  größter  Bedeutung  sein  und  im
Frieden  die  Verwaltung  verbilligen."