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Der  Gras  Saint-Simon  (1760—1825),  der  weit  gereist  war  und
umfangreiche  Studien  gemacht  hatte,  ist  begeistert  für  die  neueste  Jndustrieentwicklung.
  Er  sucht  in  seinem  „Catechisme  des  Industriell“
(1821)  den  Nachweis  zu  führen,  daß  die  Arbeit  („l’industrie“)  nicht  die
Stellung  im  Staat  einnimmt,  die  sie  verdient.  Die  „Industriellen",
d.  h.  alle  diejenigen,  die  bei  der  Hervorbringung  materieller  Güter  tätig
sind,  müssen  als  nützlichster  Teil  der  Bevölkerung  die  Herrschaft  über  die
Gesellschaft  besitzen.  Nur  die  Bienen  dürfen  herrschen,  nicht  die  Drohnen.
Die  „Bourgeoisie",  wozu  er  die  Besitzenden  und  die  „Legistes“  (Beamte,
Gelehrte,  Schriftsteller,  Advokaten)  rechnet,  bekämpft  zwar  den  Adel,  und
sucht  ihm  seine  politische  Macht  streitig  zu  machen,  aber  nicht  um  den
„Industriellen"  zu  helfen,  sondern  nur  aus  Egoismus:  „6te-toi  de  lä
que  je  m’y  mette“.  Die  industrielle  Ordnung  soll  auf  das  Land  übertragen, ­
  dieses  nicht  mehr  regiert,  sondern  nur  noch  verwaltet  werden.
Das  Eigentum  sei  das  ungerechteste  aller  Privilegien,  eine  Ausbeutung
des  Menschen  durch  den  Menschen.
Wie  er  sich  die  zukünftige  Wirtschaftsgesinnung  denkt,  legt  er  in  dem
kurz  vor  seinem  Tode  erschienenen  „Nouveau  Christianisine“  dar.  Leitender ­
  Gedanke  ist:  Die  Menschen  müssen  sich  als  Brüder  betrachten,
einer  soll  den  anderen  lieben,  denn  Gott  hat  gesagt:  Liebet  euch  und
helfet  einander.  Im  Prophetentone  wendet  er  sich  dann  am  Schlüsse  des
Buches  an  die  Fürsten:  „Höret  die  Stimme  Gottes,  der  zu  euch  durch
meinen  Mund  redet;  denket  daran,  daß  Gott  den  Mächtigen  gebietet,
alle  ihre  Kräfte  aufzuwenden,  um  das  soziale  Wohl  der  Armen  zu
erhöhen."
Ausgebaut  wurde  die  Lehre  St.-Simons  nach  seinem  Tode  durch  seinen
Schüler  B  a  z  a  r  d  nach  der  wirtschaftlichen  Seite  —  Abschaffung  aller
Privilegien  der  Geburt,  insbesondere  des  Erbrechts,  und  Verteilung  der
Güter  nach  dem  Prinzip  „Jedem  nach  seiner  Fähigkeit,
jeder  Fähigkeit  nach  ihren  Werken"  —  und  durch  seinen
Schüler  Enfant  in  nach  der  religiösen  Seite.  Als  dieser  aber  das
Prinzip  der  freien  Liebe  proklamierte  und  wegen  Sittlichkeitsvergehens
gerichtlich  verurteilt  worden  war,  folgte  bald  die  Auslösung  der  St.-Simonistischen
  Schule.
Charles  Fourier  (1772—1837),  Sohn  eines  Kaufmanns,  und
erst  als  Reisender,  dann  als  Handlungsgehilfe  selbst  dem  Kaufmanns-