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Louis  Blanc  (1818—1882).  In  seiner  1841  erschienenen  Schrift
„Organisation  du  travaü“  stellte  er  das  Prinzip  der  Staatshilfe  erstmalig ­
  auf.  Der  Konkurrenzkrieg  und  die  damit  verknüpften  Schäden
würden  beseitigt  werden,  wenn  die  Produktion  durch  das  denkbar  größte
Kapital  und  den  größten  Betrieb  erfolge.  Der  Staat  solle  für  die  verschiedensten ­
  Industriezweige  Fabriken  errichten,  in  denen  die  Arbeiter
genossenschaftlich  produzieren.  Das  Kapital  hierzu  soll  er  durch  Anleihen
aufbringen.  Die  Arbeiterproduktivgenossenschasten  vereinigen  nur  Arbeiten ­
  derselben  Branche  zum  Zwecke  der  Warenerzeugung,  nicht  auch
zu  dem  der  Konsumtion.  Die  Leitung  dieser  Betriebe  solle  anfangs  durch
den  Staat  erfolgen,  allmählich  aber  an  einsichtige  Arbeiter,  die  den
Geschäftsbetrieb  kennen  und  von  Arbeitern  zu  wählen  seien,  übergehen.
Ein  Teil  des  Reingewinnes  solle  an  die  Mitglieder  der  Genossenschaft
verteilt  werden,  ein  anderer  zur  Unterstützung  und  Unterhaltung  Kranker
und  Arbeitsloser,  und  ein  dritter  Teil  zur  Erweiterung  des  Betriebes
dienen.  Louis  Blanc  ist  der  erste  Staatssozialist.
Erwähnt  sei,  daß  die  von  der  provisorischen  Regierung  zur  Abhilfe  der  Arbeitslosigkeit ­
  im  Jahre  1848  errichteten  N  a  t  i  o  n  a  l  w  e  r  k  st  ä  t  t  e  n,  deren
Organisation  allerdings  z.  T.  von  dem  Louis  Blancschen  Prinzip  abwich,  sich
nicht  bewährten.
Im  Gegensatz  zu  Louis  Blanc  bekämpft  P.  I.  Proudhon  (1809
bis  1865)  nicht  nur  das  Privat-,  sondern  auch  das  Kollektiveigentum.  Die
in  seiner  Schrift  „Was  ist  Eigentum?"  von  ihm  aufgeworfene  Frage
beantwortet  er  mit  den  Worten:  „Eigentum  ist  Diebstahl".
Er  wendet  sich  nicht  gegen  den  Besitz  an  sich,  sondern  gegen  das  „Herrenrecht" ­
  des  Eigentums  ohne  Arbeit.  Tie  Macht  des  Kapitals  will  er
durch  Aufstellung  des  Prinzips  der  Gegenseitigkeit  brechen.  Nicht  die
Produktion,  sondern  der  Austausch  der  Dienste  soll  reformiert  werden.
Das  Kapital  ist  schädlich,  weil  es  durch  den  Zins  Recht  an  der  Arbeit
anderer  verleiht.  Daher  soll  der  Kredit  unentgeltlich  werden.  Jeder,  der
produzieren  will,  solle  das  erforderliche  Kapital  ohne  Zinsen  erhalten,
einzig  und  allein  mit  der  Verpflichtung,  es  zurückzuzahlen.  Das  Geld
darf  nur  noch  bloßes  Umlaufsmittel  sein.  Es  muß  durch  Tauschbon,  also
Papier,  ersetzt  werden.  Alle  Kunden  der  T  a  u  s  ch  b  a  n  k  sind  verpflichtet,
den  Tauschbon  als  Zahlung  für  Ware  anzunehmen.  Zur  Durchführung
dieser  Forderung  sei  eine  Anarchie,  d.  h.  eine  Herrschaftslosigkeit,  not ­