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nach  dieser  müßte  gerechterweise  das  Einkommen  verteilt  werden.  Dies
geschähe  jedoch  nicht:  der  besitzlose  Arbeiter  erhalte  nur  einen  Teil
desErtragesseinerArbeit;der  Rest  falle  als  „Rente"  an  den
Grundbesitzer  und  an  den  Kapitalisten,  „der  ernten  will,  wo  er  nicht
gesäet  hat",  und  zwar  gestalte  sich  dieser  Prozensatz  bei  steigender
Produktivität  immer  ungünstiger  für  den  Arbeiter,  indem  sein  Anteil
ungefähr  der  gleiche  bleibe,  d.  h.  nur  soviel  betrage,  wie  er  zu  seiner
Lebensführung  brauche,  während  Grundbesitzer  und  Kapitalisten  einen
steigenden  Anteil  erhalten.  Es  herrsche  somit  das  „Gesetz  d'e  r
fallendenLohnquot  e".  „Mag  die  Produktivität  noch  so  sehr  zunehmen,
  die  Arbeiten  werden  immer  wieder  durch  die  Gewalt  des  Verkehrs ­
  auf  einen  Lohnsatz  zurückgeworfen  werden,  der  nicht  den  notwendigen
Unterhalt  übersteigt."
Eine  Änderung  dieses  ungerechten  und  kulturfeindlichen  Wirtschaftssystems ­
  werde  erst  eintreten,  wenn  die  Ursache  des  Übels,  das  Privat-,
Grund-  und  Kapitaleigentum,  und  zwar  auf  friedlichem  Wege,
beseitigt  und  an  dessen  Stelle  „das  V  e  r  d  i  e  n  st  -  oder  reine  Einkommen-Eigentum" ­
  getreten  sein  wird.  Zur  Erreichung  dieses
Zieles  aber  sei  notwendig:  ein  „N  o  r  m  a  l  a  r  b  e  i  t  s  t  a  g"  und  ein
„Normalarbeitslohn",  jedoch  nicht  in  Metall-,  sondern  in
A  r  b  e  i  t  s  geld.
Alle  Pläne  und  Ideen,  die  Rodbertus  in  zahlreichen  Briefen  und
Werken  niedergelegt  hatte  —  es  seien  hier  nur  genannt  „Soziale  Briefe
an  von  Kirchmann"  (1850/51),  „Zur  Erklärung  und  Abhilfe  der  heutigen
Kreditnot  des  Grundbesitzes"  (1868/69)  und  „Der  Normalarbeitstag"
(1871)  —,  sind  ohne  praktische  Bedeutung  für  die  soziale  Bewegung, ­
  die  Bewegung  der  Arbeiterklasse,  geblieben.  Er  war  seiner  ganzen
Jdeenrichtung  nach  intellektuell,  und  obwohl  er  wirtschaftlich  die  sozialistische ­
  Doktrin  mit  Schärfe  verfocht,  war  er  doch  politisch  konservativ.
Der  hervorragendste  Vertreter  des  „wissenschaftlichen  Sozialismus"
(im  Gegensatz  zum  utopischen  Sozialismus)  ist  unzweifelhaft  Karl  Marx
(1818—1883).  Geboren  zu  Trier  als  Sohn  eines  Rechtsanwalts,
studierte  er  in  Bonn  und  Berlin  Jura  und  Philosophie  und  promovierte
1841.  Im  Herbst  1843  ging  er  nach  Paris,  wo  er  mit  A  r  n  o  l  d  R  u  g  e
die  „Deutsch-französischen  Jahrbücher"  herausgab,  1845  nach  Brüssel  und,
nachdem  er  wegen  Beteiligung  an  der  1848er  Revolution  —  er  leitete