68 Gcldrückvergütung erhielt. Hierbei war immer noch nicht aus geschlossen, daß mit den Abschnitten, die einen gewissen Wert dar stellten, vom Gastwirt Mißbrauch getrieben wurde, indem er sie etwa verhandelte. Einzelne Städte schloffen das technisch aus, indem sie vom Verbraucher die Voranmeldung der Karten beim Metzger vor der Geltungswochc, also so zeitig forderten, daß innerhalb der Gcltungswoche verhandelte Abschnitte nicht mehr mit Erfolg anzu bringen waren. Sicherer gingen die Städte, die kurzerhand der Kommunalkarte iu den Gastwirtschaften jede Geltung absprachen, womit jeder etwa denkbaren Durchstecherei zwischen Gastwirt und Metzger vorgebeugt war. Der sonach durch das Kundenlistensystem ermöglichten genauen WochenbedarfSermittclung hatte die Lieferung des nötige» Schlachtviehfleisches zu entsprechen. Der Regelzustand war, daß der einzelne Fleischer sich das nötige Stück Vieh oder mehrere Stücke erwarb und auf eigene Rechnung schlachtete. Hierbei ließen es zahlreiche Kommunalverbände bewenden. Diese Form der Bedarfsdeckung zeitigte aber große Nngcnauigkeitcn. Das Lebendgewicht eines Tieres läßt sich allerdings genau angeben, die Schlachtausbente läßt sich jedoch vor dem Abschlachten nur schätzen. Sie hängt vom Alter, Futterzustand usw. ab und schwankt ganz be trächtlich. Dazu kommt, daß der Schlächter die Ausbeute durch eigene Geschicklichkeit und guten Willen stark beeinflussen kann. Jede Schlachtung ergibt Blut, Innereien, Abfälle, Knochen usw. Die Frage, wie die Knochen den Kunden zugewogen werden und in welchem Maße die als Wurstgut verwendbaren Teile wirklich zu Wurst ver wendet werden, ist geradezu „Vertrauenssache". Bekanntlich kann zudem Wurst durch Zusätze aller Art gestreckt oder in sehr einwand freier Fleischgualität hergestellt werden. Schließlich vermag auch der einzelne Fleischer das Frischfleisch zu räuchern und dergl., was eben falls die schließlichc Gewichtsansbeute beeinflußt. Die einfache Zuteilung von lebendem Vieh vermag infolgedessen eine genaue Verrechnung auf die angemeldeten Fleischkarten nicht zu bewirken, sondern muß das durch rohe Schätzung ersetzen. Hierin liegt für den Fleischer eine starke Versuchung zu geringer Ausbeute, um mehr zu erhalten, oder zu hoher Ausbeutung, um Fleisch übrig zu behalten. In jedem Falle pflegt es dazu zu führen, daß der Kommunalverband mehr Tiere braucht, um den Gesamtbedarf zu decken, als andere mit genauer arbeitendem Verfahren. Letzteres Verfahren ist darin gefunden worden, daß die Schlachtungen zentralisiert werden. Hier darf nicht