preise, errechnet werden. Es fehlte jeder sichere Anhaltspunkt über die Höhe des zu berücksichtigenden Gewichtsunterschiedes zwischen Markt- und Stallgewicht, der Händlerspesen bis zum Marktverkauf, des Händlergewinncs, also über jene Faktoren, die für die zuverlässige Stallpreisermittlung von Bedeutung gewesen wären. Auch die Statistik der Kleinhandelsfleischpreise war vielfach unzuverlässig und gab keine sichere Grundlage zur Vergleichung der Preise. Die Preiserhebung und Preisnotierung wurde im Reichsgebiete nicht durchweg nach einheitlichen Grundsätzen und oft wohl auch nicht mit der nötigen Sorgfalt und Genauigkeit durchgeführt. Das Er- hebungsverfahren wechselte nranchmal am gleichen Berichtsorte mit jedem Wechsel in den Personen, die die Preise erhoben oder Auskunft über die Preise gaben. Vielfach wurden die Preise auch nur geschätzt oder auf Grund von Stichproben mitgeteilt. Die mitgeteilten Zahlen ermangelten aber in solchen Fällen der Glaubwürdigkeit und damit der Vergleichbarkeit. Dazu kam, daß die Fleischer ans Wettbewerbsrücksichten einer Erhöhung der Viehpreise nicht immer sofort einen Aufschlag auf die Fleischpreise folgen ließen, anderseits aber, um den aus diesem Vorgehen eingetretenen Geldverlust auszugleichen, nach einer Vieh preissenkung längere Zeit bis zur Herabsetzung der Kleinverkaufspreise des Fleisches verstreichen ließen. Sodann war cs ein viel geübter Brauch der Fleischer, den Preis nicht für jede Viehgattung zu be rechnen, sondern Ausgleichspreise festzusetzen, die auch der teueren Ware einen raschen Absatz sicherten. Dieser Geschäftsbrauch konnte in Friedenszeiten zur Verhütung erheblichen Schwundes und raschen Verderbs der Ware, besonders zur heißen Jahreszeit, begründet sein. Die genannten Umstände bewirkten eine derartige Verschiebung im Preisverhältnis des Lebendviehs zum Fleisch, daß sich für den Außenstehenden ein geordneter Zusammenhang vielfach nicht inehr erkennen ließ. überdies wirkt bei der Schlachtvieh- und Fleisch-Preisbildung, wie schon angedeutet wurde und worauf noch zurückzukommen sein wird, auf dem Wege, den die Ware vom Erzeuger bis zum Klein händler nimmt, eine Anzahl von schwankenden Einflüssen mit, die je nach den örtlichen und zeitlichen Verhälnissen zu einer zunächst un erklärlichen, bald größeren, bald kleineren Spannung zwischen Bich- unb Fleischpreis führen. Unter andcreni sind für die Höhe des Flcischpreises auch maßgebend die Geschäftslage und die ganze Lebenshaltung an einem Berichtsorte, sowie die mit ihr teilweise zu-