86 innerhalb einer bestimmten Zeit die dort hauptsächlich gesuchte Fleischsorte aufzuweisen hatte. Dazu genügen häufig Indexziffern. ­ Der Preisprüfer und jeder, der eine zutreffende Spannungsberechnung zwischen Vieh- und Fleischpreis vorzunehmen hat, muß aus dem Preisbericht den wirklichen Durchschnittspreis der Gewichtseinheit Fleisch entnehmen können. Sofern kein Einheitspreis ­ für alle Flcischsorten vorliegt, wie dies auf dem Lande, besonders in Süddeutschland, noch vielfach der Fall ist, muß die Notierung entweder auf sämtliche Sorten sich erstrecken oder wie die vom Schlachthofdirektor Opel in München eingeführte Notierung so durchsichtig aufgebaut sein, daß sich der wirkliche Durchschnittspreis ohne weiteres mit genügender Sicherheit ermitteln läßt. Es ist hier nicht der Ort, darauf näher einzugehen. Es mag die Bemerkung genügen, daß die früheren Fleischpreisnotierungen dem Verlangen des Statistikers und Preisprüfers nicht entsprachen, und daß eine allgemeine Vergleichung zwischen Lebendgewichts- und Kleinhandelspreisen ­ auf Grund der vorliegenden Statistik bedenklich gewesen wäre. c) Viehpreise während des Krieges. Die vor bcm Kriege teilweise überfüllten Viehställc hatten den gesteigerten Anforderungen des Feldheeres zunächst noch leicht genügt. Zm Jahre 1915 trat einerseits infolge des durch den Wegfall ausländischer ­ Krastfuttermittel bedingten geringeren Gewichts der Schlachttiere, andererseits wegen des wachsenden Bedarfs des Feldheeres, ­ des Massenaufkaufs privater Konservenfabriken und des sinnlosen, ­ zum Teil auch gewinnsüchtigen Aufstapelns von Fleischwaren durch Private und Geschäftsleute eine Verschiebung zwischen Nachfrage ­ und Angebot bei Vieh und Fleisch ein. Dies führte dazu, daß > die Rinder- und Schafpreise im Jahre 1915 annähernd um die Hälfte, die Kälberpreise nahezu auf das Doppelte zunahmen. Die Schweinepreise halten sich vor der durch die Bekanntmachung vom 4. November 1915 vollzogenen Festsetzung von Höchstpreisen für Schlachtschweine auf Vichmärktcn gegen den höchsten Preis des Vor,-jahres verdoppelt. Im Jahre 1916 erhöhten sich die Rinder-, Kälberund Schafpreise weiterhin um ein Viertel über den höchsten Preisstand ­ des Jahres 1915, bis die Mitte März für Rinder, Mitte April für Kälber und Schafe von den Viehhandelsverbänden festgesetzten Richt- und Höchstpreise der Preistreiberei ein Ende machten. Die P r e i s st e i g e r u n g erhellt aus folgender Zusammenstellung ­ der Berliner Preise für den Doppelzentner Schlachtgewichte