<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Preisprüfungsstellen</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Hans</forname>
            <surname>Stadthagen</surname>
          </persName>
        </author>
        <author>
          <persName>
            <forname>Goetz</forname>
            <surname>Briefs</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>101495925X</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>II.
Aufbau  und  Tätigkeit  der  Preisprüfungsstellen
in  der  Praxis.
Von  Dr.  Goch  Briefs,  privatdozent  an  der  Universität  Freiburg  B.,
z.  3.  betraut  mit  der  Verwaltung  der  ordentlichen  staatswissenschastlkchen
Professur  an  der  Universität  Gießen.
1.  Der  Stand  der  Nahrungswirtschnft  im  Herbst
1818  und  die  Bekanntmachung  über  die  Errichtung ­
  von  Preisprüf  ungs  st  eilen  und  die  kommunale ­
  Versorgungsregelung.
Die  Einrichtung  von  Preisprüfungsstellen,  der  ihnen  zugewiesene ­
  Aufgabenbereich  und  ihre  Stellung  im  Gesamtsystem  der
Kriegsnahrungswirtschaft  sind  der  Ausdruck  der  nahrungswirtschastlichen
  Sachlage  und  der  Anschauungen  über  diese  im  Herbst  1915.
Die  Sachlage  läßt  sich  wie  folgt  zusammenfassen:
Die  Preise  waren  gegen  Friedenszeiten  schon  beträchtlich
gestiegen:  nach  den  monatlichen  Preisanschreibungen  Calwers,  berechnet ­
  auf  den  Wochcnunterhalt  einer  fünfköpfigen  Familie,  von
25  Jt  in  den  ersten  7  Monaten  des  Jahres  1914  auf  ungefähr  40  Jl
im  September  1915.  In  der  Versorgung  zeigten  sich  bei  einzelnen ­
  Gegenständen  örtlich  und  gelegentlich  Lücken,  sei  es  absolut
hinsichtlich  der  erforderten  Bedarfsmengen,  sei  es  relativ  hinsichtlich
der  Regelmäßigkeit  der  Versorgung.  Es  fehlte  die  im  Frieden  ausgleichende ­
  Zufuhr  vom  Auslande,  besonders  in  bestimmten  Randgebieten ­
  des  Reiches,  in  Gebieten  stärkster  Zusammenballung  der
Bevölkerung  und  in  Gebieten  stärkerer  militärischer  Besetzung;  hier
traten  die  Vcrsorgungsunterschiede  und  als  Folge  davon  die  Preisunterschiede ­
  schärfer  zu  Tage,  Unterschiede,  die  mit  zentraler
Regelung,  selbst  soweit  diese  schon  vorhanden  war,  schwer  auszugleichen ­
  waren.
War  das  die  Sachlage,  so  ist  auch  die  damalige  Anschauung
über  die  Sachlage  —  denn  aus  ihr  entspringen  die  Beweggründe ­
  und  Wege  der  kriegswirtschaftlichen  Gesetzgebung  —  von
3*</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
