58 W. Benary. [16, 305] Vorlage 7. Aufgefafst als Mulde, wo was dran ist. Figur; Es fiel sofort die Struktur in der Mitte auf, die aber nicht stimmte. Sie fiel immer wieder auf, trotzdem ich wufste, dais sie nicht stimmte, und störte sehr stark. Die richtige ist sehr gestört durch die an setzenden Winkel. Die Struktur ist für mich nur dann da, wenn die Grund linie, die Horizontale, auch wirklich horizontal ist. Jetzt kann ichs natürlich auch umgekehrt sehen. Störend ist auch die starke Ergänzung der nach unten ansetzenden Linie zu einer Art Rechteck. Ich hatte die Vorlagefigur aufserordentlich prägnant und dachte, ich würde sie sehr schnell finden. Vorlage 8. Aufgefafst als ein Winkel, wo an dem einen Schenkel etwas dran sitzt, und das war sehr schwer festznhalten. Figur; Es sind furchtbar viel solcher Winkel, wo was dran sitzt. Ich habe immer probiert, ob diese dransitzende Linie in der Richtung stimmte. Als ich dann den Bogen umgedreht hatte, kam die Figur sehr schnell heraus, und zwar war das Bestimmende unbedingt die Horizon tale. Wenn ichs schräg gehalten hätte, hätte ichs wahrscheinlich nicht gefunden, wahrscheinlich auch nicht bei einer Drehung um 90°. Als die Horizontale einmal gefafst war, bauten sich die beiden anderen Linien in ihren Winkeln dran auf, so dafs die Gestalt sehr prägnant wurde. Zusammenfassung. Auch hier ist deutlich, dafs sich Vp. ebenso verhält wie in Versuch a. Die Gestalten werden sicher als Ganze aufgefafst, doch ist das Drehvermögen schlecht, weil die Gestalt in ihrer spezifischen optischen Gegebenheit festgehalten, nicht damit ope riert wird. Dieses Festhalten an der bestimmten Auffassung der Gestalt widerstrebt einmal der Basalverschiebung, strebt aber selbst nach einer Orientierung in ausgezeichneten, einfachen Richtungen; Horizontale und Vertikale zind bevorzugt, Schräge führt leicht zu Labilität, d. h. die schräg orientierte Gestalt be wahrt in der Vorstellung keine Prägnanz und Beständigkeit (Figur 3, 6, 7, 8). Die gute Einprägung der Gestalt führt zu prägnantem Heraustreten der Figur, wenn sie erst einmal im Komplex gefafst ist, und zu einem Aufbau der Gesamtgestalt von dem Fassen einer Linie in der bevorzugten horizontalen Lage aus (Fig. 8). ’ Auch die Auffassung von Hauptlinien ist in dieser Beziehung charakteristisch, und es stimmt durchaus dazu, dafs die Deckung nur bei gleicher Orientierung von Vor lage und Bogen gelingt, dafs die gefundene Figur sogar während einer Drehung wieder verloren geht (Fig. 6) und erst neu wiedergefunden werden mufs. Labilität hängt immer mit Schrägheit zusammen, da die Horizontale und Verti-