46 vom 6. Juni 1822 ein Fonds von 100000 Talern*) zur Instandsetzung der den Gütern angefallenen Vorwerkshufen geschaffen worden. Der Präsident der ostpreußischen Generalkommission hatte an Borgstede berichtet, daß die Gutsbesitzer infolge der Regulierungen beinahe 8 Quadratmeilen zu ihren bisherigen Ländereien in eigene Kultur nehmen, 83 neue Vorwerke und 1868 Familienwohnungen erbauen mußten^). Er hatte ferner die Kosten, die beiden Teilen aus den Formalitäten der Regulierung erwuchsen — meist Prozeßkosten ­ — bis 1821 auf 77330 Taler veranschlagt. Schön erwirkte nun eine Erhöhung jenes Fonds um weitere 100000 Taler, die aber nur als Darlehen ausgegeben werden durften. Er war auch der Meinung, daß nur „da, wo Notstand notorisch ist, derjenige Teil, der wider seinen Willen zur Regulierung ­ genötigt ist", mit den Kosten belastet werden dürfte, und forderte 80000 Taler für Unterstützungen in diesen Fällen. Damit drang er jedoch nicht durch. Schuckmann machte geltend, daß Schön von der irrigen Voraussetzung ­ ausgehe, die Auseinandersetzung sei nur einem Teil vorteilhaft. Der vorgeschlagene Kostenerlaß würde eine Strafe für denjenigen sein, der sich in einen für nötig erkannten Zustand hineinarbeite. Der Antrag fand damit seine Erledigung, daß Schuckmann eine schonende Berücksichtigung des gezwungenen Teils zusagte, uud daß Schön autorisiert wurde, die Generalkonunission, die sonst der Machtsphäre des Oberpräsidenten entrückt ­ war, bei Berechnung und Einziehung der Kosten in besondere Allssicht zu nehmen. War bei all diesen Vorschlägen in erster Linie an die Gutsbesitzer gedacht, ­ so sollten die Notstandsarbeiten, die Schön empfahl, auch den niederen Volksschichten zugute kommen. Er hatte vor allem Straßenbauten und Meliorationen im Auge, — Werke, die nicht nur augenblicklich Arbeitsverdienst ­ gaben, sondern auch der Provinz für die Zukunft bleibenden Nutzen versprachen. Der Bau von Straßen war bis zum Kriege ganz vernachlässigt worden. Schön hatte ihn schon in Westpreußen eifrig gefördert. Er sah darin nicht nur ein Mittel, die zurückgebliebenen Provinzen des Ostens wirtschaftlich zu heben; mit denl Blick des Volkserziehers erkannte er den bildenden Wert des erleichterten Verkehrs: Straßen, so sagte er, sind „moralische Anstalten" 3 ). Der gesamte Voranschlag, wie ihn Schön am 23. August 1824 einreichte, ­ sah folgendermaßen aus: 0 60000 für Ostpreußen, 40000 für Westpreußen. Durch CO. v. 16. Mai 1823 wurden weitere 40000 bewilligt. 2 ) JB. Bargstedes. Andere Zahlen werden in einer Denkschrift des Komitees v. 21. Rov. 1822 angegeben: es seien 224000 Morgen neu in Kultur genommen, 76 neue Vorwerke und 524 Tagelöhnerhäuser erbaut worden. 3 ) Aus den Papieren I, 104.