51 Tolksdorf (61424 Tlr.). Diese höchste Bewilligung hat Schön gegen den Widerspruch Stägemanns durchgesetzt, der den Einwand erhob, daß Dublinen-Tolksdorf erst seit fünfzig Jahren im Besitz der Borckes sei und schlecht bewirtschaftet worden sei. In der Tat betrug die Verschuldung fast 100 % der Taxe*). In einigen verzweifelten Fällen wurde in der Weise operiert, daß Schön es zur Subhastation kommen ließ und dann mit Hilfe des landschaftlichen ­ Kredits und des Unterstützungsfonds die alten Besitzer in den Stand setzte, das Gut in der Subhastation wiederum für sich zu erwerben. Das war in Anbetracht der meist niedrigen Gebote, die oft weit unter dem Taxwert lagen, zu billigem Preis möglich. Bis zur Hälfte des Taxwertes konnte die Landschaft die Kaufsumme vorschießen, den Rest und das nötige Betriebskapital ­ gab der Unterstützungsfonds her. In dieser Weise hat Schön den einzigen männlichen Nachkommen der Familie v. Sch lieben mit 46000 Tlr. im Besitz des Gutes Sanditten erhalten. Ein späteres Gesuch Schliebens, ihm durch das gleiche Manöver zum Fortbesitz der Gerdauenschen Güter zu verhelfen, wurde vom König abschlägig beschieden^). — Gegen den Willen Schöns, durch Entscheidung des Königs, wurde aber in der gleichen Weise die Oberburggräfin von der Gröben mit ca. 30000 Tlr. im Besitz von Hasenberg und der Forstinspektor v. Brederlow mit 22000 Tlr. in Saalau erhalten. Beide Male hätte es Schön, der die Lage der Güter für rettungslos ­ hielt, vorgezogen, wenn die Angebote anderer kapitalkräftiger Adeliger angenonimen worden wären. In diesen Fällen wurde die Staatskasse nicht nur mit dem Unterstützungskapital belastet, sondern sie mußte obendrein der Landschaft ihren Ausfall an der Pfandbriefschuld erstatten. Er betrug bei Hasenberg 44400 Tlr?) Den Ausschlag für Schöns Widerstand gegen die Bewilligungen gab seine Überzeugung, daß auch die reichste Untereinrichtung ­ aus den Regulierungsländereien bestimmt. Königsberg, Oberpräs. U. Gen. vol. I. Alexander Dohna batte nicht nur 1816 auf die Bewerbung um Retablissementsgelder, ­ sondern auch 1810 bei seinem Austritt aus dem Staatsdienst auf den Bezug einer Pension verzichtet. Der andauernden Krisis der zwanziger Jahre war aber auch das Majoratsgut Schlobitten nicht gewachsen. Selbst das hohe Darlehen aus dem Unterstützungsfonds genügte noch nicht. 1829 berechnete Brünneck, der Alexander Dohna in Wirtschaftsangelegenheiten beriet, die Aktiva auf 320000, die Passiva aus 173477 Tlr. und sah für 1830 ein Defizit von 21850 Tlr. voraus. Eine Kabinettsordre v. 5. Jan. 1830 führte den Grafen aus dieser Notlage heraus. Es wurde ihm nachträglich eine jährliche Pension von 3000 Tlr. bewilligt, und zwar vom 1. Januar 1825 an gerechnet ­ auf zehn Jahre; die erste Rate von 15000 Tlr. wurde sofort ausgezahlt. Schlobitten, Korrespondenz Dohnas mit Brünneck 1826—30. ') Geh. St. A. 89 6 XXI Preußen Gen. 1 vol. I. °) Die Personalakten finden sich zum größten Teil unter Geh. St. A. 89 0 XXI Preußen Specialia. 3 ) Nachweisung v. 5. April 1824. 4*