Bilanzen der Genossenschaften. 301 I 22. Abschnitt. Genossenschaftsbilanzen. Genossenschaften sind Gesellschaften mit schwankender Mit gliederzahl und dementsprechend schwankendem Mitgliederver mögen. Das Betriebskapital der Genossenschaften besteht aus dem eigenen Vermögen und dem fremden Vermögen. Die eigenen Mittel wiederum aus der Summe aller Geschäftsguthaben, den Reserven und dem bilanzmäßigen Reingewinn. a) Das Mitgliedern er mögen richtet sich nach der Zahl der Mitglieder und wechselt nach Eintritt und Austritt von Genossen. Es wird gebildet aus dem Geschäftsguthaben 1 ) der Mitglieder, d. h. den Forderungen, die durch obligatorische oder freiwillige Ein zahlungen auf die Geschäftsanteile, durch Zuschreibung von Gewinnanteilen entstehen. Das „Konto der Mitgliederguthaben“ umfaßt somit die Einzahlungen und die Dividendengutschrift. Die Geschäftsanteile geben die Höhe des Betrages an, bis zu welchem die einzelnen Mitglieder mit Einlagen sich beteiligen können (Nominalbetrag). Sie können sofort oder allmählich eingezahlt werden. Die rückständigen Einzahlungen der Mit glieder können in der Bilanz vom Gesamtbetrag der Geschäfts anteile, dem „Soll“-Vermögen der Mitglieder abgezogen werden; oder in einer Vorspalte der Bilanz werden die eingezahlten von den rückständigen Beträgen getrennt und dann summiert. End lich kann man den Nominalbetrag der Geschäftsanteile auf der Passivseite, die rückständigen Einzahlungen auf der Aktivseite verrechnen. Viele Genossenschaften trennen die Geschäftsgut haben der ausscheidenden Mitglieder von denen der verbleibenden Mitglieder. b) Der zweite Teil der eigenen Mittel ist das Genossenschafts vermögen, das eigentliche Stammgut der Genossenschaft [Re serven]. Der gesetzliche Reservefonds bleibt Genossenschafts vermögen, abgesehen von seiner Verminderung durch Verlust 1) Vgl. Hildebrand, Die Geschät'tsguthaben und ihre Behandlung in der Buchführung und in der Bilanz der eingetragenen Genossenschaften. (Landwirtsch. Genossenschaftsblatt 1914, Nr. 5/7.) Derselbe, Finanzierung der Genossenschaften, Berlin 1921.