— 186 — Der weitaus größte Teil der Güter paflierte die polnijde Grenze nur im Durggangsverkehr. Nur die eine Schlukfolgerung kann man aus der hefferen Bahnverbindung mit Deutjdhland ziehen, dab ber - Handelsverfehr mit Deutichland erheblidh aröker war als mit Öiterreich-Ungarn. Eijenbahngüterverkehr zwijden Deutjdland und Polen (1918): Aus Polen: 721467 Tonnen; nad Polen: 2522151 Tonnen. Obwohl in Polen die Eijenbahnen in den legten Nahren eine nicht unerheblide Erweiterung fanden, reihen Jie für die Bedürfnijje des Landes nicht aus. Die Landittraken behielten demnad) eine erheblid) größere Bedeutung als bei uns in Deut[dhland. Sie gewannen jogar an Wert und Wichtigkeit als Zufuhrjtraken 3u den ent|tandenen Eijenbahnjtationen. Wer aber die polnijden Landijtraken fennt, weiß, dak diefelben zweimal im Iahre, zur Zeit der Schnee[hmelze und zur Zeit der herbliden Regen falt vollfommen unfahrbar und ungangbar jind. Dies ijt wohl auf den, fumpfigen bzw. Iehmigen Untergrund zurüdzuführen, der eine Schotterung der Straßen außerordentlich er- [wert bzw. verteuert. Ganz Polen beligt an Kunftitraken ftatiftild fait 8800 km; wieviele von diejen Straken aber tat]äcliqh als Kunft- jtraben ausgebaut waren, läßt fig nidt feltjtellen. Abgeflehen von einigen großen von Weiten nad Often durchgehenden fogenannten Neichs- jtraßen, die vom rulfijdhen Staat in gutem Zujtande erhalten wurden, waren die fogenannten Gouvernementsjtraken [Hledt und anldheinend, befonders vor dem Kriege, abjicdhtlih vernadläfligt. Der aukferordentlih [Hledhte Zuftand der Walferitraken, die infolge der Vernachläffigung dur die Regierung mehr und mehr verfandeten, ihre Lage am Rande bzw. außerhalb der Indultriegebiete, madcte ihre Verwendung als Handelsjtraken bisher nur in geringem Umfange möglid. Die 412 km, die die Weichfel (Wijlla) durd) pol- nildes Gebiet fließt, ihre nicht unbedeutenden Nebenflüjfe, wie Bug und Narew, find zur Schiffahrt kaum benugbar, für einen regelmäßigen Dampferverkehr fajt unmöglid, da fie nicht reguliert find. Abhgefehen von einer ausgedehnten HolzflökHerei, die bejonders im Tranlit- verkehr mit Galizien eine Rolle fpielte und auf der Weicjel insgejamt eine Menge von 31 141 469 Bud im Werte von 6,1 Millionen Rubel aus- machte, wurden bisher fajt nur Iandwirt}Haftliche Erzeugnifje zu Waljer verfrachtet, wie Getreide, Kleie, Zuder, Rüben und Kartoffeln, außer- dem Brennmaterialien, Steine, Ziegel und Hölzer, ferner Gerbitoffe, Petroleum und Kolonialwaren. Für die anderen Rohjtoffe, wie 3. B. Eijen, Kalk und Kohlen, Ianı der Wallerweg nur in beicheidenen Grenzen in Frage. Die Einfuhr auf dem Wafjferwege war aud Nur gering. Die aroken Mengen ausländiiher Baumwolle, die in Polen verbraucht