IV. 1. Alter. 31 zeigt sich auch hier ein Wegzugsüberschuß. Es ist I auffallend, daß der Anteil der Knaben an diesen Weggezogenen im ersten Lebensjahre stark überwog (1905: 69,84 %, 1910: 58,21 %), ferner daß die Abnahme des gesamten WanderungsVerlustes in den Zeiträumen von 1900 bis 1905 und von 1905 bis 1910 ungefähr gleich stark war (1900 bis 1905 um 52,14 %, 1905 bis 1910 um 46,83 %). Von der Geburtenhäufigkeit und der Kindersterblich keit, besonders der Säuglingssterblichkeit, hängt die Kinderzahl ab. Die folgende Zusammenstellung zeigt die wenig erfreuliche Entwicklung dieser Ver hältnisse in den letzten Jahrzehnten. Auf 1000 der Von 100 lebend Ge- Im Durch Bevölkerung wurden borenen starben im schnitt lebend geboren ersten Lebensjahre der Jahre Anzahl Verände rung Anzahl Verände rung 1876 bis 1880 . 38,80 21,81 1881 „ 1885 . 36,07 — 2,73 22,25 + 0,44 1886 „ 1890 . 34,84 — 1,23 25,84 + 3,59 1891 1895 35,46 + 0,62 22,31 — 3,53 1896 „ 1900 . 31,68 -3,78 18,09 — 4,22 1901 „ 1905 . 26,71 — 4,97 17,27 — 0,82 1905 „ 1910 . 22,75 — 3,96 16,25 — 1,02 Der Anteil der 0 bis 5 Jahre alten Kinder an der jeweiligen Gesamtbevölkerung belief sich im Jahre 1895 noch auf 124,15, 1900 auf 116,58, 1905 auf 101,41 und 1910 nur noch auf 97,5 °/ 00 ; der Grad der Abnahme, die besonders in dem vorhergehenden Jahrfünft stark hervortrat, hat sich infolge des Rückganges der Säuglingssterblichkeit sehr ver langsamt. Sowohl bei den männlichen wie bei den weiblichen Personen war der Anteil der Kinder auf dem Lande größer als in der Stadt, denn es waren von 100 aller männlichen bzw. weiblichen Personen Knaben Mädchen in der Stadt 28,03 27,12 auf dem Lande 29,05 31,20 im Staate 28,12 27,4 Wie die folgenden Verhältniszahlen ergeben, war die Zahl der Kinder in den einzelnen Stadtteilen sehr verschieden. Die Stadtteile sind nach der Anzahl der Kinder im Jahre 1910 geordnet. Gegenüber 1905 zeigten sich besonders bei den kinderreichen Stadt teilen einige Veränderungen; dagegen ist die Reihen folge der Stadtteile mit geringerer Kinderzahl im wesentlichen dieselbe geblieben. Bei Zugrundelegung der Anzahl der Knaben bzw. Mädchen würde sich eine stellenweise wesentlich andere Reihenfolge der Stadtteile ergeben, wie die diesen Spalten bei gefügten Ordnungsziffern zeigen. In 10 Stadtteilen stand der Anteil der Knaben an ihrer männlichen Gesamtbevölkerung über dem Durchschnitt, d. h. er war größer als 28,03 %, ebenso war in 10 Stadt teilen der Anteil der Mädchen an den weiblichen Personen größer als ihr Anteil in der Stadt über haupt (27,12 %). Die Anteilsziffern der höheren und höchsten Altersklassen waren natürlich in Stadtteile Von 100 aller Be wohner standen im Kindesalter überhaupt Von je 100 männ lichen bzw. weib lichen Bewohnern waren im Jahre ... unter 15 1910 1905 Knaben Mädchen I. Billw. Ausschlag 35,89 I. 37,94 2. 34,52 I. 36,32 2. Horn 33,67 3- 34,94 3. 34,48 2. 32,80 3- Barmbeck 33,04 5- 34,51 5. 33,84 3. 32,25 4- Winterhude. . . 32,89 2. 35,18 I. 35,41 6. 29,80 5- Hamm 31,48 6. 34,07 7. 32,60 4. 30,45 6. Uhlenhorst 31,23 4- 34,60 4. 33.89 8. 28,78 7- Eimsbüttel 30,62 8. 32,03 8. 31,63 7. 29,68 8. Eppendorf 29,86 7- 32,18 6. 32,66 10. 27,46 9- Borgfelde 29,08 II. 30,66 10. 30,06 9. 28,14 io. Eilbeck 28,53 9- 31,66 9. 30,53 II. 26,76 11. St. Georg-Süd .. 28,07 10. 30,86 12. 26,21 5. 30,21 12. St. Pauli-Nord.. 25,04 12. 28,07 13. 24,04 12. 26,10 13. Neustadt-Süd . . 24,50 13. 27,49 15- 23,29 13- 25,85 14. St. Pauli-Süd .. 23,16 14. 25,55 18. 21,05 14. 25,66 15. Altstadt-Süd ... 22,io 17. 23,90 l6. 22,56 17. 21,59 16. Neustadt-Nord . 22,00 15- 24,19 17. 21,10 15. 22,97 17. Altstadt-Nord . . 21,35 l6. 24,14 19. 20,13 l6. 22,70 18. Hohenfelde .... 21,12 18. 23,52 14. 24,02 18. 18,89 19. Harvestehude . . 19,88 20. 21,64 II. 27,21 21. 15,20 20. St. Georg-Nord. 18,74 19. 22,13 21. 18,74 19. 18,74 21. Rotherbaum .. . 17,64 21. 19,38 20. 19,55 20. 16,05 Stadt im ganzen . . . 27,57 29,33 28,03 27,12 den kinderreichen Stadtteilen am geringsten. So standen z. B. in Billwärder Ausschlag, dem kinder reichsten Stadtteil, nur 3,22 % der ortsanwesenden Bevölkerung im Alter von 60 bis 70 und 1,33 % im Alter von über 70 Jahren, während die Anteils ziffern dieser Altersklassen für die Stadt Hamburg 4,40 % bzw. 2,17 % betrugen. Umgekehrt wies der kinderärmste Stadtteil, Rotherbaum, für die Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren eine Anteilsziffer von 5,60 %, für die im Alter von über 70 Jahren eine solche von 3,46 % auf; diese Zahlen wurden nur von wenigen Stadtteilen übertroffen. Im übrigen braucht kaum erwähnt zu werden, daß im wesentlichen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bewohner als Ursachen für diese Abweichungen im Altersaufbau anzusehen sind. Für das wirtschaftliche Leben ist natürlich der Anteil der Bevölkerung im produktiven Alter von 15 bis 60 Jahren an der Gesamt bevölkerung von der größten Bedeutung. Diese wichtigen Ziffern werden für die Jahre der letzten sieben Volkszählungen nebeneinandergestellt. Von je 1000 Personen standen im Alter von 15 bis 60 Jahren nach den Volkszählungen der Jahre 1910 1905 1900 1895 1890 1885 1880 Männer .. 330,35 320,28 308,52 309,06 318,34 301,93 304,52 Frauen .. 325,32 319,03 319,62 3 22,17 314,68 3 12,91 315,29 Zus 655,G7 6 39,31 628,14 631,23 6 33,02 61 4,84 6 19,81 Der Anteil der produktiven Altersklassen ist dem nach seit 1900 und auch seit 1905 wesentlich ge stiegen. Während in der Zeit von 1900 bis 1905 die Zunahme allein auf das männliche Geschlecht entfiel und der Anteil des weiblichen Geschlechts sogar zurückgegangen war, war in dem folgenden Jahrfünft auch bei dem weiblichen Geschlecht eine nicht unbeträchtliche Zunahme zu verzeichnen. Im ganzen hat der Anteil der produktiven Altersklassen an der Gesamtbevölkerung im Jahre 1910 seinen