60 Y. Die Bevölkerung- nach dem Religionsbekenntnis. den aus entfernteren Gebieten des Deutschen Reiches stammenden und noch mehr bei den aus anderen Ländern zugezogenen hiesigen Einwohnern die Zahl der Männer meistens stark überwog. Die örtliche Verteilung der Bekennt nisse innerhalb des Staatsgebietes und der Stadt Hamburg ist in dieser Ver öffentlichung eingehender behandelt als in den früheren Bearbeitungen. Tabelle 27 enthält die absoluten Zahlen der Angehörigen der verschiedenen Bekenntnisse, und zwar unter Zugrundelegung der ortsanwesenden Bevölkerung; außerdem erfahren wir für das gesamte Staatsgebiet sowie für die Stadt Hamburg insgesamt die auf Grund der Wohnbevölke rung berechneten Zahlen. Die ergänzende Übersicht in Tabelle 27 bringt ferner die Prozentanteile der verschiedenen Bekenntnisgruppen an der Bevölke rung der einzelnen Stadt- und Gebietsteile auf 100 Personen der ortsanwesenden Bevölkerung. Die Verhältniszahlen für die Wohnbevölkerung sind auch hier wieder für Staat sowohl wie Stadt ins gesamt berechnet worden. Die im Staate mit 90,89 % der ortsanwesenden und 91,08 % der Wohnbevölkerung vertretenen Evangelisch-Lutherischen wiesen mit 95,43 % der ortsanwesenden und 95,47 % der Wohn bevölkerung einen bedeutend höheren Anteil der Bevölkerung im Landgebiet auf. Hier trat die genannte Bekenntnisgruppe vor allem in den Landherrenschaften der Marschlande mit 97,87 % der Ortsanwesenden besonders stark hervor, während die Landherrenschaft Ritzebüttel mit 93.81 % eine verhältnismäßig niedrige Anteils ziffer aufwies, obwohl gerade hier die Be völkerung von nicht weniger als fünf Ortschaften ausschließlich der ev.angelisch-lutherischen Kon fession angehört. Den Ausschlag gibt hier die Stadt Cuxhaven wegen der dortigen Garnison. In der Stadt Hamburg stand der kleine Stadtteil Stein- wärder mit 97,03 % an erster Stelle. Groß war der Anteil ferner in Horn (94,67 %), Winterhude (94.47 %) und Eilbeck (93.53 %); auch im Jahre 1905 wurden in diesen Stadtteilen die höchsten Ver hältniszahlen ermittelt. Die sehr niedrigen Anteils zahlen der Stadtteile Rotherbaum (75,32 %), Har vestehude (77,57 %) und Neustadt-Süd (89,41 %), die auch in früheren Jahren beobachtet wurden, sind auf eine Bevorzugung dieser Stadtteile durch die jüdische Bevölkerung zurückzuführen. Die niedrige Anteilszahl der Veddel (76,58 %) erklärt sich aus der zur Zählungszeit in den dortigen Auswandererhallen anwesenden großen Zahl von Auswanderern katholi schen und jüdischen Bekenntnisses. Auf den Schiffen im Hafen bestand die Besatzung zu 88,38 % aus Evangelisch-Lutherischen. Von den Katholiken kamen 5,03 auf 100 ortsanwesende Bewohner im Staatsdurchschnitt (1905: 4,64). Der Anteil der Katholiken an der Wohnbevölkerung des gleichen Gebiets war etwas geringer und betrug 4,91 %. Die Verteilung der Katholiken auf die größeren Gebiete wies im Stadt gebiet einen Anteil von 5,17 %, im Landgebiet einen solchen von 3,45 % der ortsanwesenden und von 5,04 % bzw. 3,41 % der Wohnbevölkerung auf. Ein größerer Prozentsatz läßt sich in der Stadt Bergedorf (5.86 %) infolge des dort errichteten katholischen Waisenhauses und in der Stadt Cuxhaven (6,19 %) wegen der dortigen Garnison beobachten. Im allgemeinen drängten sich die Katholiken im Gegen satz zu den Evangelisch-Lutherischen, die im Land gebiet größere Anteilszahlen aufwiesen, mehr im Stadtgebiet zusammen. Hier waren sie, wenn man von den Zufallsziffern der Veddel absieht, besonders häufig in Stadtteilen vertreten, in denen oder in deren Nähe sich eine katholische Kirche befindet; auch Bezirke mit verhältnismäßig viel Handarbeitern wiesen größere Anteilsziffern auf. Altstadt-Nord (8,45 %), St. Georg-Nord (8,29 %), Neustadt-Nord (8,13 %) und Billwärder Ausschlag (7,09 %) sind besonders hervorzuheben. Auch die Besatzung der Schiffe im -Hafen mit 6,83 % gehört zu diesen Gebieten. Mehr noch als die Katholiken häuften sich die Israeliten im Stadtgebiet an. Während die Durchschnittsziffer für den Staat 1,92 % betrug (1905: 2,24 %), wurden im Stadtgebiet 2,07 %, im Landgebiet aber nur 0,21 % der ortsanwesenden Bevölkerung als Israeliten ermittelt. Die Durch schnittsziffer für die Stadt wurde in den Stadtteilen Rotherbaum (17,88 %) und Harvestehude (15,70 %) erheblich überschritten. Seit dem Jahre 1905, in dem die Verhältniszahlen 18,58 % bzw. 15,58 % betrugen, ist ein Rückgang der Anteilsziffer in diesen Stadtteilen nicht zu verkennen. Auch Neu stadt-Nord zeigte mit 3,89 % gegen 5,33 % (1905) eine Abnahme des hohen Prozentsatzes. Eppendorf dagegen und Hohenfelde wiesen mit 2,38 % und 1,24 % gegen 1,87 % bzw. 1,15 % ein Steigen der Anteilsziffern auf. Auf die Zufallsziffer der Veddel 7,80 % wurde schon oben hingewiesen. In den übrigen Stadtteilen blieben die Anteilsziffern unter dem Stadtdurchschnitt. Auf den Schiffen im Hafen wurden 0,01 % Israeliten ermittelt. Die folgende Zusammenstellung läßt die Verteilung der genannten Bekenntnisse auf größere Gebietsteile des ham- burgischen Staates sowie vornehmlich ihre Ge schlechtszusammensetzung deutlich erkennen. Von 100 ortsanwesenden Personen überhaupt waren evang.-luth. katholisch israelitisch Stadt 90,48 5,17 2,07 Land 95,43 3,45 0,21 Staat 90,89 5,03 1,92 Von 100 männlichen ortsanwesenden Personen waren evang.-luth. katholisch israelitisch Stadt 88,84 6,37 2.05 Land 94,09 4,57 0,25 Staat 89,29 6,21 1,90 Von 100 weiblichen ortsanwesenden Personen waren evang.-luth. katholisch israelitisch Stadt 92,09 4,00 2,09 Land 96,90 2,21 0,17 Staat 92,47 3,86 1,94 Einen Ausweis über die Religionszugehörigkeit der zusammenlebenden Ehepaare im hamburgischen