188 Verkaufswege des Großhandels. aus, denn für ihn kommt ja nur der Absatz in die letzte Hand in Betracht, und auch für einen Teil des Großhandels ­ ist sie unwesentlich; für denjenigen, der sich die Versorgung des Kleinhandels zur Aufgabe macht. Wollte dieser den Kleinhandel ausschalten und direkt mit dem Verbraucher in Handelsverkehr treten, so triebe er ja keinen Großhandel mehr. Es ist allerdings eine nicht seltene Erscheinung, daß von derselben Handelsunternehmung sowohl Kleinhandel als Großhandel ­ betrieben werden; dann geschieht es aber nicht, um den Kleinhandel als solchen auszuschalten. Die Unternehmung, meist mittleren Umfanges, tritt dann nach der einen Seite bewußt als Konkurrentin gleichartiger ­ und gleichbedeutender Kleinhandelsbetriebe ihres Niederlassungsortes auf und nach der andern Seite versorgt ­ sie kleine und kleinste Kleinhandlungen, namentlich ­ in der Umgebung ihres Niederlassungsortes, mit Waren. Für den eigentlichen Großhandel ist, wenn er sich nicht selbst verleugnen will, der Kleinhändler ­ letzte Hand. Nicht so für manchen Fabrikanten, ­ der seine Erzeugnisse durch Reisende oder eigene Kleinhandelsniederlassungen direkt an den Verbraucher ­ heranbringen läßt. Da der Fabrikhandel nicht in die Betrachtung einbezogen werden soll, genüge ­ dieser Hinweis. 1. Ganz allgemein kann man für den Großhandel im Binnenverkehr das Bestreben feststellen, ohne neues Zwischenhandelsglied (Handelsvermittler gelten als solches nicht) den Absatz an den Kleinhändler zu bewirken, wie er möglichst ja auch den Bezug aus erster Hand beim Erzeuger durchführt. Von Ausschaltungstendenzen ­ bedroht, hat er das größte Interesse, nicht unnötigen Zwischenverdienern Nahrung zu geben und damit einen preistreibenden Kettenhandel aufkommen zu lassen. Es sei an die genossenschaftlichen Einkaufsbestrebungen der Kleinhändler erinnert (vergl. Seite 109), die zum Zwecke der Umgehung des Großhandels ­ gegründet werden. Besonders gefährdet sind