190 Verkaufswege des Großhandels. liefern will, so wird er dies kaum ohne Zweigstelle im Ankunftshafen oder mindestens dort seßhafte Verkaufsagenten ­ und Kommissionäre tun können; denn diese Form des Exportes setzt die besonderen Kenntnisse der Handelssitten und Gebräuche, des Bedarfes der fremden Länder voraus. Außerdem muß sich der Exporteur mit einem weitgehenden Absatz- und Preisrisiko abfinden. — Die ursprünglichste und älteste Form des deutschen Exportes nach überseeischen Gebieten ist diejenige, bei der der Exporteur als einziges Zwischenglied zwischen inländischen Erzeuger und ausländischen Verbraucher tritt. Sie wurde besonders von den alten Hamburger Exporteuren gepflegt. Diese errichteten drüben ihre eigenen Faktoreien oder Kleinverkaufsstellen oder ließen durch ihre Vertreter ihre Waren absetzen, die damit hausierend von Hazienda zu Hazienda zogen. Die Tatsache, ­ daß diese Absatzwege heute nicht mehr beschritten ­ werden, ist vielleicht der beste Beweis, daß sich die Einschaltung von Zwischenhandelsgliedern als nützlich erwiesen hat. b) Der Importeur von Auslandserzeugnissen, ­ soweit er als Importeur im engsten Sinne tätig ist, d. h. also in der Einfuhr der verschiedensten ausländischen Waren seinen Geschäftszweck sieht, um sie Abnehmern anzubieten, denen der direkte Bezug der betreffenden Waren aus dem Ursprungslande nicht möglich oder der damit verbundenen Schwierigkeiten und Risiken wegen nicht angenehm ist, wird das Schwergewicht seines geschäftlichen Handelns auf die Seite des Warenbezuges legen. Er trägt ja das Risiko des Transportes und der Preisschwankung während der Reise. Für den Absatz wird er Verbindungen mit Großhändlern am Importplatze anknüpfen oder sich der Vermittlung von Maklern bzw. der Börse bedienen. Nun entstehen dem Importeur aber unter Umständen dadurch Absatzschwierigkeiten im Verkehr mit den Großhändlern, daß der überseeische Exporteur, durch Agenten am Importplatze vertreten, direkte Be-