Die Gesellschaft und alles, was in ihr enthalten ist (sohin auch die Wirtschaft) ist ein Geistiges, kein Materielles. Als Geistiges ist sie Ganzheit und nicht Summe oder Haufen von getrennten Einzelheiten, daher nicht Mechanismus, nicht Atomhaftes; daher auch nicht ein von mechanischen Gesetzen der Ursächlichkeit Beherrschtes, sondern ein von den Gesetzen der Gliederung, der zweckgültigen, teleologischen Ordnung Beherrschtes. Sind Wirtschaft und Gesellschaft nichts Außeres, Fremdes, Stoffliches, liegt vielmehr in ihnen das Innere unserer eigenen menschlichen Natur ausgebreitet vor uns, so ist jede gesell schaftswissenschaftliche Untersuchung ein Streifzug in den objektiven Geist des Menschen, jede Gesellschaftswissenschaft innere Mit-Wissenschaft der menschlichen Seele, des objekti vierten Geistigen, des objektivierten menschlichen Wesens. Geist und Seele können nie als stückartig Zusammengesetztes, als Häufung von Einzelnem begriffen werden, sondern Einssein, der Blitz der Ganzheit ist nötig, um das Einzelne zu ergreifen. Zum Gliede muß alles Einzelne durchaus werden, soll es aus seinem Fürsichsein, aus seiner Getrenntheit und Nichtig keit erhoben und in das allein wahrhaft seiende Dasein der Ganzheit umgeschaffen werden. Dies allein ist das Grund legende, ist die Ur-Aufgabe aller gesellschaftlichen Wissenschaft: zu begreifen, was Ganzheit sei, und welcher vollkommene Gegensatz bestehe zwischen jenem Verfahren, das aus einzelnen Stücken ein (scheinbares) Ganzes zusammen-stellen und jenem anderen, dem Ganzheit ein Erstes, das Erstwesentliche, Unab- leitbare (Primäre), alle Einzelheit dagegen nur abgeleiteter, gliedlicher Teil ist. Das erstere Verfahren ist Stückwerk im buchstäblichen Sinne dieses Wortes und möchte sich dennoch vermessen, die wahre lebendige Ganzheit des pulsierenden, hervorbringenden Lebens zu erklären. Es ist das individuali stische, mechanistische, atomistische, ursächliche Verfahren und