XII sie notgedrungen nur mechanische Kausalität und äußerlich beschreibende Induktion kennt. Der Begriff des Vorranges gründet sich auf den uralten platonisch-aristotelischen Satz „Das Ganze ist vor dem Teil". Wer diesen Satz nicht anerkennt — oder richtiger: nicht begreift, denn er gehört zu jenen Sätzen, die jeder annehmen muß, sobald er sie nur begreift — für den ist Begriff wie Verfahren des Vorranges/allerdings ungültig. Inhaltlich will der Aufsatz nebst einem Abrisse der ganz heitlichen Lehre namentlich gine neue Grundlegung der Wirt schaftspflege, der sog. Volkswirtschaftspolitik, geben, welche über Listens Schutzzollehre hinausgeht. Dies, indem sie nicht nur Zolltheorie ist, sondern ganz allgemein: erstens das organische Verhältnis der Weltwirtschaft zur Volkswirtschaft, ferner aber auch das der Volkswirtschaft zu ihren eigenen Unterstufen — Gebiet, Verband, Betrieb, Haushalt, deren Dasein bisher theoretisch in diesem Zusammenhange unbe kannt war — nach dem Verfahren des Vorranges und ganz heitlicher Zergliederung bestimmt. Es ist der Grundfehler der Individualisten und Freihändler, vom Einzelnen unmittelbar zum Weltverkehr überzugehen. Sie gleichen damit dem Manne, der seinen eigenen Schatten überspringen will und denken die Wirtschaft ohne jeden inneren Stufenbau, ohne wesenhafte Gliederung überhaupt (was bei ihnen nur folgerichtig ist, da sie in den Handlungen der Einzelnen als in wirtschaftlichen Atomen, die ursprünglichen Bestandteile sehen). Es war aber auch bisher ein Fehler aller organisch gerichteten Lehren, den inneren Stufenbau der Volkswirtschaft zu übersehen, die Unter ganzheiten dieses Stufenbaus, die ja vom Oberganzen, der Volkswirtschaft, ebensowenig verzehrt werden können wie die Volkswirtschaft von der Weltwirtschaft, in ihrem Eigenleben nicht planmäßig zu beachten und sie darum nicht ebenso der Wirtschaftspflege zu empfehlen, wie das Gesamtganze der Volkswirtschaft selbst.