8 daß er infolge von Arbeitsteilung Dinge herstellt, die er gegen andere eintauschen muß; und wird weiter der Einzelne wirk lich als auf sich selbst begründet und von außen her unbe schränkt (frei) gedacht — so entstünde wieder keine Volkswirt schaft, sondern, wenn man es genau bedenkt, ein ungestaltetes, reibungsvolles Durcheinander, ein planloses Chaos. Ein Chaos in zwiefachem Sinne: 1. Im Sinne eines gänzlich unordentlichen, ja schließlich unmöglichen Ablaufes der Verkehrshandlungen. Bei voll kommener Freiheit des Einzelnen könnte nicht Recht noch Sicherheit, nicht Borg noch Geld, nicht Vertrauen noch Ver trag bestehen, zumindest nicht in jenem Maße, als nötig ist, um einen gedeihlichen Wirtschaftsgang zu sichern; die Men schen brauchen Recht, Sitte und Gesetz, Strafe, Sicherheit; öffentliches Maß und Gewicht, Ordnung des Geldwesens, Wirtschaftsmoral,Wirtschaftserziehung und tausend andere ähn liche Hilfen der Allgemeinheit, die uns „Staat", „Gemeinde", „Verbände" usf. auf Schritt und Tritt zur Verfügung stellen, und die jeder Handlung jedes Einzelnen vor gestaltend, geburtshelfend vorstehen, die bei jeder Wirtschafts handlung gleichsam unsichtbar mitwirken! Diese überindivi duellen allgemeinen Wirtschaftsmittel (Hilfen) haben die Eigen schaft, daß sie allgemein gebraucht werden müssen*). Um also dieses Hindernis der Unsicherheit und des Mangels an solchen gemeinsamen Wirtschaftsmitteln wegzuräumen, bedürfte es schon planmäßiger Einschränkungen der Verkehrsfreiheit, be dürfte es schon des Zwanges (sei es durch Gesetz, sei es durch Sitte und Herkommen), in jener ganz bestimmten Weise zu wirtschaften, wie es Sicherheit, Vertragsrecht, Geldwesen usw. usw. erfordern. Die betreffenden Regeln oder Hilfen der Ge- *) Weiteres über diese gemeinsamen Wirtschaftsmittel, die ich als „Kapital höherer Ordnung" näher bestimmt habe, s. „Funda ment", 3. Ausl., S. 101 ff., 159 ff., 177 ff.