9 samtverbände „Staat", „Gemeinde" würden also schon bei jeder wirtschaftlichen Verkehrshandlung mitsprechen, d i e Gesamtheit wäre schon in jeder Handlung der Einzelnen als Bestandteil mit dabei — es wäre keine reine Verkehrswirtschaft der Einzelnen mehr! 2. Sehen wir selbst von diesem Hindernis der Gefügelosig- keit (gleichsam einer „Ablauflosigkeit") ab, das den Einzelnen in seiner Vereinzeltheit wirtschaftlich als unmöglich zeigt, so bleibt noch ein ganz anderes übrig: es entstünde ein Chaos im Sachlichen, im Inhalte der Wirtschaft. Kein Mensch wüßte, was er machen sollte, um entweder jene Güter, die er an gefertigt hat, und die vielleicht niemand will, an den Mann zu bringen, oder um jene Güter zu erlangen, die er gern gegen seine eigenen eintauschen möchte, die aber von niemand anderem angefertigt wurden. Es würde sich nicht nur die Unfähigkeit des Einzelnen, gliedhaft zu handeln, nicht nur die anarchi stische Unsicherheit und Reibung zeigen (die wir soeben unter 1. besprachen), sondern noch dazu die inhaltliche Planlosigkeit, das grenzenlose sachliche Durcheinander der Wirtschaft ent stehen. Man darf sich da nicht auf die verkehrswirtschaftlichen, sog. kapitalistischen, Zeitalter der Geschichte berufen. Nicht nur, daß es nirgends einen auch nur annähernd reinen, regel losen Kapitalismus gegeben hat: Man muß bedenken, daß die sog. kapitalistischen Einbrüche in der Geschichte alle in wohl geordnete, nämlich in ständisch gebundene Wirtschaften erfolgten. Diese Einbrüche waren von Jahr zu Jahr und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt schließlich nur geringe Abänderungen des Ge samtplanes der jeweiligen geschichtlich bestandenen Wirtschaft. Nur schrittweise sind z. B. in der frühkapitalistischen Zeit neben Zunft und Stadtwirtschaft die Fabriken hinzugekommen. Und seit der Einführung der Gewerbefreiheit im neueren Europa (wobei „Freiheit" durchaus nicht buchstäblich zu ver stehen !) sind gleichfalls nur schrittweise Fabriken, Eisenbahnen