17 Folgendes Beispiel wird dies klar machen. Zwei Menschen kamen von verschiedenen Monden auf unsere Erde herunter. Ausnahmslos alles, was jeder der beiden braucbt, seine Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnung usw., wäre für den anderen Gift (etwa mit tödlichen Stoffen imprägniert). Diese beiden Menschen könnten in keinerlei Wirtschaftsbeziehungen miteinander treten, denn selbst die Grund- und Rohstoffe, die sie etwa austauschen könnten, hätten schon die Eigenschaft gegenseitiger absoluter Unbrauchbarkeit. Hier fehlt die Ge meinsamkeit der Ziele, der „Bedürfnisse", des Geistigen und Sinnlich-Seelischen, dem die Wirtschaft dient, vollkommen, daher auch die daraus folgende Gemeinsamkeit der Mittel für jene Ziele. Gleichartigkeit der Ziele und der Mittel heißt aber: 1 Einer gleichen geistig-sinnlichen Welt, einer gleichen geistigen Ganzheit angehören, heißt, eine geistige Gemeinschaft bilden! Eine geistige Gemeinschaft bildend aber sind, wie die Gesell- scbaftslehre lehrt, die Einzelnen nicht mehr Einzelne — sondern schon Glieder einer Ganzheit; und nur indem sie Glieder in der Ganzheit der Ziele sind, können sie auch Glieder der wirt schaftlichen Ganzheit werden, die nichts anderes ist als eine Ganz heit der Mittel für jene (geistigen) Ziele. Die Gemeinsamkeit und Ganzheit der Mittel eben ist es, die einen objektiven G l i e d e r b a u der Wirtscbaft ergibt. — Der Begriff des in sich gegründeten Individuums fällt daher auch in dem Maße fort, als Gemeinsamkeit der Ziele und Gemeinsamkeit der Mittel vor banden ist — allerwenigstens (um dies zu wiederholen) in den Grundzügen, so daß doch die meisten Grund- und Rohstoffe und auch Fertigerzeugnisse gleichermaßen gebraucht werden können. Denn erst dadurch ist Gegenseitigkeit und das heißt ja schon — Ganzheit möglich! Ich habe dies in meinem „Fundament" näher dargelegt und den Satz begründet: „Alle Verkehrswirtschaft ist zielverbun- dcne Wirtschaft, ist nur nach Maßgabe der Zielgleichheit der O. Spann, Tote und lebendige Wissenschaft. 2. Aufl. 2