19 2. Die durchgängige Planwirtschaft oder kommunistische Wirtschaft. Unsere bisherigen Betrachtungen zeigten „Wirtschaft" nur als überindividuellen Gliederbau, nur als Ganzheit wirklich. „Ganzheit" — so sahen wir, und wir müssen es uns immer wieder vollkommen klar machen — heißt aber nicht, daß einzelne Stücke sich zusammenstellen, und nun durch solche Zusammenstellung oder Aneinanderreibung auf atomistische Weise das Ganze bilden. Nein! „Ganzheit" ist ein Geistiges und schon darum keine Versammlung des Zerstreuten; Ganz heit ist ein Ausgegliedertes; und Ganzheit ist darum ferner logisch früher da als die einzelnen Bestandteile, sie ist die Idee, die Seele, die Lebenskraft, das Erste: Durch Ein gliederung in sie, durch Teilnahme an ihr, gleichsam als Beseeltwerden, Geschaffenwerden des „Stückes" durch sie (oder wie man es auch sonst ausdrücken möge) kann etwas Glied davon werden. Die Frage, wie etwas Glied des Ganzen werden kann, ist die Schicksalsfrage der kommunistischen Wirtschaft. Das anschaulichste Beispiel dafür bildet der Organismus. Ein ver letztes Organ kann man nicht dadurch ergänzen, daß man etwa Stücke von Fleisch hineinstopft. Sondern das Fremde muß erst zu Nahrung werden, die Nahrung muß erst durch' manche Mittelstufen hindurch zu Blut werden, das Blut muß erst in das Organ sich verwandeln, es in diesem übertragenen Sinne „aufbauen", muß es in Wahrheit neu schäften, neu ausgliedern — so nur kann das, was vorher außerhalb des Organismus war, nun ein Gliedhaftes, ein wahrer Teil der Ganzheit werden. Den Fehler, die individualistisch - verkehrswirtschaftliche (mechanische, atomistische) Vorstellungsweise, welche das Ganze nicht von der Ganzheit her ausgegliedert sein, sondern von den Stücken aus zusammengesetzt werden läßt, auch auf 2*