20 eine planmäßig gebaute Volkswirtschaft auszudehnen, macht nun die allgemeine kommunistische Lehre, wie jede sonstige besondere, hierher gehörige Art von „Planwirtschaft" (sei sie nun nach Lenin, nach Ballod, Popper-Lynkeus oder anderen tollkühnen Planern gedacht). Die kommunistische Lehre will aber eine Ganzheit nicht nur schlechthin zusannnen-setzen, sondern das noch dazu aus gleichen Stücken, aus gleichen Atomen! Wenn der Kommunismus auch weder in der Ver teilung, noch in der Hervorbringung mathematisch genaue Gleich heit anstrebt und gewisse Unterschiede (wie Prämienlöhne usw.) leicht walten lassen kann, in den Grundzügen muß doch Gleichheit herrschen, sonst hat die ganze Planwirtschaft keinen Sinn. Denn wenn Abstufungen und damit Abhängigkeiten großen Stils wieder eingeführt würden, könnte man ebenso gut bei einer beliebigen anderen alten Wirtschaftsweise bleiben. Ist in der Verteilung grundsätzlich Gleichheit nötig, so auch in der Hervorbringung der Güter, d. h. in den Beiträgen zur gesamten Hervorbringung. Gleicher Lohn heißt ja: die Annahme, daß jeder ungefähr das Gleiche zur Gesamterzeugung beigetragen habe. Daher muß notwendig alles ausgeglichen, „planiert" werden, wie es denn auch in dem sog. Konzentra- tions„gesetz" von Karl Marx am reinsten zum Ausdruck kommt. Nach diesem werden überall die Tausende ganz verschiedener Kleinbetriebe zu wenigen Riesenbetrieben mit innerlich gleichem Gefüge zusammengezogen; eine einzige ungeheure Arbeiter armee, in der wieder jeder Einzelne gleichsam als wirtschaft licher Soldat ungefähr das Gleiche zählt, soll im Großgewerbe und in der Landwirtschaft gebildet werden, um die Gesamt erzeugung auf einartige, technisch und wirtschaftlich gleiche Weise zu erledigen. Mit dieser riesenhaften „Konzentration" wäre folgender Zustand erreicht: Es wird ein einziger Zentralpunkt der Volks wirtschaft geschaffen, die Oberleitung; die Gesamtheit aller