43 Mayers, eine solche Auffassung der Entstehung der ver schiedenen kapitalistischen Zeitwellen in der Geschichte ent wickelt hat, welche mit meiner obigen Theorie sehr verwandt ist und sich jedenfalls von dem Bücher - Mürrischen Entwick lungsschema freimacht^). Zwar bleibt auch Mayer noch in sofern in der mechanischen Vorstellungsweise befangen, als er den Wechsel der kapitalistischen und genossenschaftlichen Zeiten durch der Wirtschaft immanente „Kausalgesetze" be dingt annimmt, während nach meiner Meinung die Wirtschaft als ein dienendes Mittel weder eigene „Kausal-Gesetze" noch auch eigene Entwicklungsgesetze hat; (wie ja auch einem mecha nischen Kausalgesetz überhaupt nie „Richtung" oder „Wert" und darum auch keine Entwicklung dahin zukommen kann). Für die Abwandlung der geschichtlichen Verfassungsform der Wirtschaft ist vielmehr der Wechsel der Gesinnungsrichtung einer Zeit, d. h. das Geistige maßgebend, dem die Wirtschaft dient (s. oben S. 42). Aber die wirtschaftsgeschichtliche Grund tatsache, daß die kapitalistischen Abschnitte jeweils aus ständisch genossenschaftlichen hervorgehen und umgekehrt zu genossen schaftlichen führen, hat Theodor Mayer anerkannt. 6. Das Verhältnis der vier Grün-gestalten zueinander. Von den betrachteten vier Grundgestalten der Wirtschaft ergab sich nur die ständisch gebundene als die rein verwirklich bare, vollkommene, gesunde und dem Wesen der Ganzheit gemäße Wirtschaft. Aus diesem Grund- und Hauptergebnis unserer ganzen Untersuchung folgt: daß die behandelten vier Grundgestalten der *) Jur Zeit der 1. Aufl., jetzt Prof, an der deutschen Universität in Prag. 2 ) Dgl. Theodor Mayer, i. d. (österreich.) Ztschr. f. Volks- wirtsch. (N. F., Bd. 1), Wesen u. Entstehung des Kapitalismus, S. 1 ff., Wien (Deuticke) 1921.