71 bewerb wenigstens idealerweise die Preise absolut ausgeglichen werden, falsch ist, da jede Ware an verschiedener Stelle ein verschiedenes Glied der Volks- und Weltwirtschaft ist und daher notwendig einen verschiedenen Preis haben muß. Nicht der Wettbewerb, sondern nur sein Gegenteil, die Or ganisation, kann die Preise vollkommen ausgleichen — Kartell, Kollektivarbeitsvertrag sind dafür zwei Beispiele. Und zwar bewirkt dies die Organisation zunächst gegen die Natur de: Wirtschaft, die verschiedene Preise verlangt, je nachdem die Ware an einer anderen Stelle im volkswirtschaftlichen Ganzen steht (ob in den F o l g e n nützlich oder nicht, ist ja eine andere Frage!). Am deutlichsten zeigt sich dies daran, daß der Ober leiter einer kommunistischen Volkswirtschaft für die gleichen Schuhe einer Schuhfabrik in Graz andere Selbstkosten haben würde als in Wien, z. B. infolge anderer Materialkosten, Frachtkosten, Gründungskosien, „Regie", abweichenden Wir kungsgrades von Arbeit und Maschine. — Ein Ganzes besteht eben überall nur aus Gliedern, damit aber aus Unterschiedenem, nicht aber aus Homogenem, nicht aus gleichen Atomen. Dies nicht erkannt zu haben, ist der Grundirrtum Böhm- B a w e r k s in seiner schon erwähnten Pferdemarktformel, in welcher ihm heimlich der Börsensensal mit seinem Notizbuche (enthaltend die „subjektiven Wertschätzungen der Käufer und Verkäufer") vorschwebte. Und in der Tat geht die Preis bestimmung im Schranken häufig so vor sich, wie Böhms Formel will. Der Börsensensal im Schranken ist aber ein Or ganisator der Preisbildung (ähnlich wie der Versteige rungsleiter und alle derartigen Organe), er ist damit ein Preisausgleicher! Die Preisbildung bei freiem Wett bewerbe ginge ganz anders vor sich — mit vielen Preisen, nicht mit einem einzigen, mittleren Preise! Daraus folgt: Das Böhm-Bawerkische „Gesetz der Grenz paare" ist falsch; auf dem freien Markte müßte sich der