76 ist die Sachlage vielmehr diese: daß eine Vergröße rung des Angebotes sich nur dadurch und nur insofern in einen: neuen Preise aus drückt, a l s in ihr eine Neugliederung und Neuordnung der Mittel, d. h. ihrer Rang stellung, ihrer Gültigkeiten, ihrer Lei stungen (z. B. durch Erweiterung der betr. Gebilde) zur Erscheinung kommt; — also bei neu geändertem Ver hältnis von Mittel und Ziel, von Erzeugung und Kaufkraft. Als Hauptregel kann ja dabei gelten, daß — wie die alte Lehre will — bei vergrößertem Angebote der Preis sinkt, da bei einem Mehr an Gütern oft zu geringeren Nutzungen herabgestiegen wird; aber ein „Gesetz" ist das nicht, da die Neugliederung eine solche sein kann, daß nun gerade erst kom plementäre Güter nutzbar und wichtige Leistungen ermöglicht werden, also das Mehr an Angebot ein Mehr an Nachfrage erst hervorrufen, die Nachfrage daher das vermehrte Angebot ohne Preissturz aufnehmen wird (s. o. S. 68 f., S. 74). Wir sahen, daß sich im „Tausch" eine Ganzheit verwirklicht, in der sich die Gliedlichkeit der Teile (der Tauschhandlung) darstellt; wir sahen, daß der Preis Ausdruck von Gliederung ist, seine Änderung einen Umbau der Gliederung der betroffenen Ganzheit in bestimmter Richtung anzeigt; die Tausch- und Preisgesetze wie alle anderen Gesetze der Volkswirtschaftslehre sind daher sämtlich Gesetze, welche die Bezogenheit der Teile in der Ganzheit betreffen, sie sind Gliederungsgesetze, Ent sprechungsgesetze. Als solche sind sie allerdings eindeutig (weil z. B. Herz- und Lungenentsprechung, Handels- und Er zeugungsentsprechung unter gegebenen Umständen eindeutig sind); ja sie sind sogar einsichtig, d. h. ihre Notwendig keit, ihre Gültigkeit kann unnüttelbar eingesehen werden, leuchtet ein (während nicht einleuchtet, warum die Thermo metersäule steigt ^mechanische Wirkung), wenn es wärmer wird