Verlag von Gustav Fischer in Jena Adam Müller Ausgewählte Abhandlungen Mit einem Bildnis, einem Lebensabriß und bisher unveröffentlichten Briefen und Berichten Adam Müllers Auf Grund archivarischer Forschungen und mit erklärenden Anmerkungen herausgegeben von Dr. Jakob Baxa, Wien Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Othmar Spann, Wien VII. 251 S. gr. 8° 1921 Rmk 4.—, geb. 6.— Inhalt: I. Adam Müllers ausgewählte Abhandlungen: 1. Bon der Idee des Staates. 2. Die heutige Wisienichaft der Nationalökonomie, kurz und faßlich darge stellt. 1816. 3. Zeitgemäße Betrachtungen über den Gelduinlauf. 1816. 4. Vom Papier gelde. 5. Bon der Gewerbefreiheit. 6. Adam Smith. 1808. 7. Streit zwischen Glück und Industrie. 8. Indirekte Abgaben, indirekte Rekrutierung der Armen. 9. Teilung der Arbeit. 10. Taxation des Grundeigentums. 11. Geldwesen von Großbritannien. 13. Von den Vorteilen der Errichtung einer Nationalbank. 13. Briefe über Geldnot, Finanzen u. andere dringliche Angelegenheiten. 1819. 14. Ueber die Errichtung der Sparbanken. 1819. 15. Argronowiiche Briefe. 1812. 16. Staatswirtschaftliche Verlegenheit in England und Reform der Geldverhältnisse in Oesterreich. 17. Der poetische Besitz. — II. Anmerkungen zu den Abhandlungen. — III. Adam Müller und die deutsche Romantik. Ein Lebensbild. — IV. Quellennachweise der Erläuterungen zum Lebensbilde. — V. Zeit tafel zu Adam Müllers Leben. — VI. Anhang: Originaldokumente zu Adam Müllers Leben. - VII- Verzeichnis der vom Herausgeber benützten Schriften. — VIII. Namen Verzeichnis. Die Werke Adam Müllers, eines der größten deutschen Volkswirte, sind alle längst vergriffen, ja zum Teil verschollen. So kommt es, daß heute sein Name verklungen ist. Seine Gedanken aber haben die Zeit überdauert und scheinen besonders für uns und die Zukunft von größter Bedeutung zu werden. Adam Müller war der erste in Deutschland, der den wirtschaftlichen Liberalismus des Adam Smith bekämpfte und für eine organische Auffassung der Volkswirtschaft eintrat. Er war besonders auch ein Vorläufer unseres großen nationalen Volkswirtes Friedrich List, der manche Lehre Müllers sich zu eigen machte. Die vorliegende Auswahl seiner Abhandlungen wird zur Einführung und Ueber sicht die besten Dienste bieten. Für die Theoretiker der Volkswirtschaftslehre sind sie von besonderem Wert. Deustsch-österreich. Tageszeitung, 18. Juni 1922: . . . Das Buch Müllers ist ein organisches Ganzes von Grundbegriffen der Staats-, Wirtschafts- und Gescllschaftslehre, wie es kaum ein anderes Volk von einem seiner Geistesgrößen besitzt. Der Staat als soziale Einheit, die Zusammenhänge der einzelnen Funktionen, die Stellung und Bedeutung des Ganzen und seiner Teile sind hier in einer Weise behandelt, die n: bezug auf die reife Erkenntnis vielleicht einzelne Spezialisten der Philosophie, der Soziologie, der National ökonomie in die Nähe gekommen, die in bezug auf Gesamtauffassung und Gesamtdarstellung wohl von keinem erreicht, sicherlich nicht übertroffen wurde. Es ist von größter Wichtigkeit, gerade jetzt, wo die Kraft des deutschen Geistes unsere wirksamste Waffe geblieben ist, die Meisterwerke dieses Geistes zu kennen, zu würdigen, zu nützen. . . Dozent Dr. Rich. Kerschagl