46 Diese Darlegungen sind in doppelter Hinsicht von Interesse. Sie zeigen, inwieweit die Überzeugung von der Sicherheit, die ein Staatspapier erheischt, damals bereits in das allgemeine Rechts bewußtsein eingedrungen war. Sie zeigen ferner, welche Nutz anwendung man in der Umgebung des Kurfürsten aus den neuen Verhältnissen zog. Die kurfürstlichen Räte hätten in bestimmter Richtung noch weiter gehen dürfen, indem sie dafür sorgten, daß nicht nur die neuen Kapitalanlagen durch Inhaberpapiere bewirkt wurden, sondern, soweit nötig und möglich, auch die rückwärtigen Anlagen in Staatspapiere umgewandelt wurden. Wäre das geschehen, so hätte der Kurfürst bei der Besetzung seines Landes durch die Fran zosen an seinen ausgeliehenen Kapitalien weniger Einbuße erlitten 52 . Das letzte Darmstädter Geschäft dieses Zeitraums fand im Jahre 1806 statt und bestand in einem Obligationenumtausch im Betrage von 111000 fl 24 ff, wobei gegen landgräflich darmstädtische Papiere zu 4 1 /2°/o eine gleiche Anzahl ebensolcher, aber von den Landständen garantierter Obligationen zu 5°/o für den Kurfürsten eingetauscht wurden 53 . Kurbaden. Der Kurfürst von Hessen hatte einen großen Posten S^p’rozen- tiger rheinpfälzischer Obligationen lit. D in Händen. Als Spezial hypothek haftete für diese Obligationen u. a. der die Hauptstädte Heidelberg und Mannheim enthaltende Teil der Rheinpfalz, der durch den Reichsdeputationshauptschluß als Entschädigung an den Kur fürsten von Baden gefallen war. Um nun den Schwierigkeiten einer rechtlichen Auseinandersetzung mit Baden zu entgehen, verstand sich der Kurfürst von Hessen zu folgendem Vergleich. Er lieh dem Kur fürsten von Baden ein Kapital von 1 400 000 fl 24 ff zu 4 1 /2°/o, wobei er mit Einschluß der verfallenen Zinskupons 500 000 fl jener 5 1 /2prozentigen Obligationen al pari in Zahlung gab. Die Resolution hierüber datiert vom 15. Mai 1804. Die Unterhandlungen hatte ein früherer Beamter des Kurfürsten, der Geheime Kabinettsrat Kopp, geführt. Als dieser bereits in Karlsruhe mit der dortigen Regierung verhandelte, wurde ihm von befreundeter Seite mitgeteilt, daß Kur baden auch in Frankfurt negoziiere. Um sich sein Geschäft nicht zerstören zu lassen, eilte er dorthin, wandte sich, da Rothschild gerade in München war, an dessen ältesten Sohn Amschel Mayer, der bereits seinerseits mit Karlsruhe in Verbindung stand und schon WWWM