<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Volkswirtschaftspolitik</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Richard van der</forname>
            <surname>Borght</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1017897646</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>12 Allgemeine Gütererzengungspolitik. 
Da in dieser Beziehung vielfach der Hebel in. engeren 
Gebieten angesetzt werden muß, so tritt der allgemeiu an 
ordnenden und regelnden staatlichen Tätigkeit in erheblichem 
Maße die ausführende Arbeit der Gemeinden ergänzend znr 
Seite. Die hierher gehörenden Maßnahmen sind so zahlreich, 
daß sie auch andeutungsweise nicht behandelt werden können. 
An Erfolg hat es dabei nicht gefehlt. Nach den deutschen 
Sterbetafeln war in dem Jahrzehnt 1891—1900 gegen 
das Jahrzehnt 1871/72—1880/81 die mittlere Lebens 
erwartung eines lebend geborenen männlichen Kindes 
von 35,68 ans 40,56 Jahre, die eines lebend geborenen 
weiblichen Kindes von 38,45 auf 43,97 Jahre gestiegen. 
Im Gebiete des jetzigen Deutschen Reichs kamen auf 
1000 Einwohner im Jahresdurchschnitte von 1861/70 28,4, 
von 1871/80 28,8, dagegen 1881/1890 nur 26,5 1891/1900 
nur 23,5 und 1901/1907 nur 20,3 Gestorbene. Seit 
dem Jahrzehnt 1861/1870 bis zum Jahrzehnte 1891/1900 
hat sich der Anteil der Totgeborenen, der vorstehend den 
Gestorbenen zugerechnet ist, an der Geburtenziffer von 4,1 
auf 3,2 v. H. vermindert; er stellte sich 1901/1903 auf 3,1 
und 1904/1907 auf 3,0 v. H. 
Die Verhältnisse würden in Deutschland.noch günstiger 
geworden sein, wenn nicht die Säuglingssterblichkeit noch 
immer verhältnismäßig hoch wäre. Allerdings hat auch 
sie sich in den letzten Jahren vermindert. Auf 100 Lebend- 
geborene kommen an Sterbefälleir im ersten Lebensjahre durch 
schnittlich in den 90er Jahren 21,67, in den Jahren 1903/1905 
noch 20,2, dagegen 1906: 18,5 und 1907: 17,6. Aber mit 
diesen Zahlen geht das Deutsche Reich noch erheblich über 
nicht wenige europäische Länder (wie Italien, Frankreich, die 
Schweiz, die Niederlande, Belgien, Luxeniburg, Schweden, 
England) und über viele außereuropäische Länder hinaus. 
Gegen die hohe Säuglingssterblichkeit anzukämpfen, ist eine</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
