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        <title>Volkswirtschaftspolitik</title>
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            <forname>Richard van der</forname>
            <surname>Borght</surname>
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      <div>Arbciterschntzpolitik. 
27 
fi. Arbeitcrschutzpolitik. 
Das volkswirtschaftliche Bedürfnis verlangt, daß mit dem 
Grundstock menschlicher Arbeitskraft, der für die wirtschaft 
liche Arbeit zur Verfügung steht, sorgfältig und vorsichtig 
umgegangen wird. Anderenfalls entsteht die Gefahr, daß 
Kraft, Gesundheit und Leben der Arbeitenden vorzeitig ver 
braucht wird. Die Einseitigkeit der Beschäftigung, die sich 
aus der weitgehenden Arbeitsteilung innerhalb der Betriebe 
ergibt, verstärkt die Gefahr noch erheblich. Dazu tritt die 
Tatsache, daß eine große Anzahl jugendlicher und weiblicher 
Arbeitskräfte verwendet wird. Sie sind im allgemeinen gegen 
schädliche Einwirkungen der Berufsarbeit weniger wider 
standsfähig, und daraus erwächst die Gefahr, daß sie be 
sonders schnell dauernde Nachteile erleiden, Nachteile, die 
zum Teil auch das kommende Geschlecht schwächen. Das 
alles würde das Verhältnis zwischen den arbeitsfähigen und 
den zur Arbeit nicht mehr verwendbaren Teilen der Bevöl 
kerung ungünstiger gestalten und die wirtschaftliche Arbeit 
des Volkes mit einer unnatürlich großen Fürsorge für ver 
brauchte Menschen belasten. Solchen Nachteilen entgegen 
zuwirken, bedarf es nach den bisherigen Erfahrungen im 
allgemeinen des staatlichen Eingreifens. Die Kraft und oft 
genug auch das Verständnis der Arbeitenden selbst reicht dazu 
in der Regel nicht aus. Zu dem gleichen Ergebnisse führt die 
Rücksicht auf die Erhaltung der Wehrfähigkeit des Volkes und 
das sittliche Gebot, den Schwachen da zu schützen, wo er sich 
nicht selbst helfen kann. 
Die staatlichen Eingriffe zum Schutze der Arbeitskraft, 
der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter bilden den In 
halt der „d^rbeiterschutzpolitik", die zugleich ein wichtiger Be 
standteil der „Sozialpolitik" im weiteren Sinne ist. DerStant 
kann dabei schrittweise von Fall zu Fall je nach dem vor 
liegenden Bedürfnis oder von vornherein mit allgemeinen</div>
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