53 Der Umschlag der Kohle vollzieht sich demnach in Hamburg einmal vom Seekohlenschiff zum Land, dann vom Seeschiff in die Schuten, Leichter usw., für den Transport an die bunkernden Dampfer oder zum Weitertransport flußaufwärts, drittens ist aber auch ein Umschlag vorhanden vom Eisenbahn wagen in die Schuten oder direkt in die Dampfer, und viertens kommt der schon teilweise erwähnte Bunkerverkehr von Schuten, Leichtern usw. in die Dampfschiffe in Präge. Ich wende mich jetzt den einzelnen Umschlagsarten zu und muß hier vielfach Einrichtungen anderer Häfen zum Vergleich heranziehen, da in Hamburg augenblicklich noch zum Teil nach alten Methoden gearbeitet wird. Der direkte Umschlag vom Kohlenschiff zum Land. Der direkte Umschlag vom Kohlenschiff zum Land ging bis vor kurzem in Plamburg nur durch an Bord befindliche Dampf winden vonstatten, welche die Kohle in Kübeln an Deck hoben. Vom Deck aus wurden die Kübel mittels Dampfdrehkran an den Kai geschwenkt und mittels Schmalspurwagen zum Lagerplatz geschafft. Die Kohlenkübel wurden im Schiffsraum durch Hand arbeit gefüllt. Es war dabei natürlich viel Handlangerarbeit nötig. Kie neuesten Einrichtungen für Kohleentlöschung an Land sind die elektrisch betriebenen Brückenkräne, auch wohl Kohlenverlade brücken genannt. Es sind dies hohe Eisenkonstruktionen, auf denen Kräne laufen oder hängen. Die Kräne sind drehbar; bei den hängenden sogenannten Laufkatzenkränen führt ein hoch klappbares oder ein ausschwingbares Gerüst bis über die Schiffs- bike. Das ausschwingbare Gerüst hat dem hochklappbaren gegen über den Vorzug, daß es durch sein Hochschwingen von unten herauf nicht mit den Anlagen für drahtlose Telegraphie kollidiert, die zwischen den Schiffsmasten hängen, und von den hochklapp baren Gerüsten leicht beschädigt oder gar vernichtet werden. Die Eisenbahnausnahmetarif nach Hamburg 5,65 Mk. per t; der Preis für englische Kohle lst momentan (Ende 1912) infolge der hohen Frachten bis auf 5 sh 6 d und 5 sh 9 d gestiegen, während der Normalpreis 3 sh 6 d ist. Die Hapag benützt die westfälische Kohle wegen ihrer guten Qualität, die die englische Kohle (ausgenommen die bessere, a ker teurere Cardiffkohle) übertrifft, ferner um, wenn man sich nur einer Bezugsquelle bedient, im Falle von Streiks nicht einer anderen Firma auf Gnade und Ungnade aus geliefert zu sein und hohe Preise zahlen zu müssen. Der Umfang des Kohlenverbrauchs der Hapag beziffert sich auf ca. 300 000 t englische und 250 000 t deutsche Kohle. Von der letztgenannten werden ca. 80 000 t mit Leichtern an die zu bunkernden Schiffe geführt.