— 65 führen hierzu aus: »Die bisher gebauten Kohlenheber be finden sich noch im Versuchs- und Vergleichsstadium. Inwieweit diese Konstruktionen und andere in Erwägung befindliche, hier von mehr oder weniger abweichende Ausführungen sich am besten den verschiedenen Bedürfnissen der Reedereien anzupassen ver mögen, muß in längerem Betriebe abgewartet werden.« Fassen wir noch einmal kurz das über die Kohlenumschlags anlagen in Hamburg Gesagte zusammen: »Es läßt sich nicht leugnen, daß noch sehr viel verhältnismäßig primitiver Verkehr zu finden ist, daß die Kohlenlöschvorrichtungen beim Umschlag Eisenbahn-Schiff zurzeit völlig unzureichend sind; aber es ist hierin schon ein Umschwung eingetreten 1 ), und es werden die Er fahrungen der Rheinhäfen und ebenso ausländischer Häfen Hamburg bei seinen neu geplanten Anlagen zugute kommen. Für die Bunkerei sind allerdings drei leistungsfähige Apparate vorhanden, die jeder einem anderen System angehören. Es ist dies um so wertvoller, als über diese Heber in maßgebenden Kreisen noch kein abschließendes Urteil gefällt worden ist, weil sie noch nicht lange genug sich im Betriebe haben bewähren können. Nur auf diese Weise ist es möglich, die Vorteile und Nachteile eines jeden einzelnen Systems auszuprobieren. Die Getreide-Lösch- und Ladeeinrichtung im Hamburger Hafen. Der Getreidetransport an sich findet auf zwei ganz ver schiedene Weisen statt, nämlich einmal als Sackladung und dann als Schüttladung, d. h. lose, indem lediglich die verschiedenen Sorten durch Matten und dergl. voneinander getrennt werden. Man spricht in diesem Falle von abgemattetem Getreide. Beim Transport zeigt das Getreide oft Eigenschaften, die für den ganzen Getreidehandel von allergrößter Bedeutung sind, und auf die ich deshalb hier noch hinweisen muß. Das Getreide erhitzt sich bei längerer Lagerung ziemlich bedeutend, und diese Erhitzung kann zur sogenannten Selbstdarre führen. Bei diesem Prozeß schrumpft das einzelne Korn zusammen, verliert an Gewicht und Stärkegehalt und somit an Qualität. Ferner kann durch Feuchtigkeit ein Muffig werden der Getreideladung eintreten, was ebenfalls Qualitätsminde rung bedeutet. Diese Gefahren — die Selbstdarre und das Muffigwerden — müssen von der Ladung abgewandt werden. Man muß also beim Transport nach Möglichkeit Hitze und Feuchtig keit vermeiden. Für den Getreideimporteur kommt es vor allem x ) cf. die im Bau befindlichen Schwingkipper auf S. 59. Abhandlungen d. staatsw. Seminars z.Jena, Bd. XII, Heft 2. 5 Haase, Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen usw.