67 und Lademittel für den Getreideumschlag heute ganz zugunsten der Schüttladung entschieden. In gewissem Umfange ist durch die neuen Lösch- und Ladevorrichtungen, soweit nämlich die pneumatischen Heber in Frage kommen, ein Gegengewicht gegen die oben erwähnten hygienischen Mängel geschaffen worden. Durch die Saugheber, die heute in allererster Linie als Getreide löschvorrichtungen im Hamburger Hafen im Gebrauch sind x ), werden nämlich erstens einmal Unreinlichkeiten, die sonst beim Löschen Vorkommen können, vermieden und dann vorhandene beseitigt. Weiter wird aber das Getreide auch durch das Hoch saugen in stärkstem Maße durchlüftet und durchgeschüttelt. Dadurch wird häufig der beginnenden Selbstdarre vorgebeugt und ein Muffigwerden verhindert. So tragen also die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen nicht wenig dazu bei, dem Getreide die börsenmäßige Lieferungsqualität zu erhalten. Noch vor 25 Jahren wurde in Hamburg — in Rotterdam noch vor zehn Jahren — das Getreide in Körben oder Säcken aus den Schiffen getragen und mit der Hand- resp. Dampfwinde oder mit dem Kran aus dem Schiff befördert. Die Leistung betrug etwa 20 Tonnen pro Stunde und die Kosten beliefen sich auf 65 Pfennig pro Tonne, wozu noch die Lieferung von Tauwerk, Dampfwinden etc. mit zirka 15 Pfennig pro Tonne in Anschlag zu bringen sind, so daß man auf einen Preis von ca. 80 Pfennig pro Tonne kommt. Man baute dann die in den Mühlen gebräuchlichen Becher elevatoren für den Lösch- und Ladebetrieb der Schiffe aus, »bei denen das Elevatorgehäuse an einem verstellbaren und einziehbaren Ausleger mit Pendel Vorrichtung zum Einstellen des Gehäuses hängt und der Elevator meist durch einen Elektromotor angetrieben wird. Die Leistung dieser Becherelevatoren beträgt bis zu 400 Tonnen 1 ) Der Jahresbericht des Hafenbetriebsvereins in Hamburg e. V. schreibt über üas Jahr 1911 auf S. 17: Die Beschäftigung von Handarbeitern beim Löschen von Ge treide hat sich wieder gehoben, was allerdings vermutlich nur eine vorübergehende Er scheinung ist. Es wurden 1911 für 61 (gegen 47) Dampfer 169 (88) Korngänge mit zusammen 1183 (616) Mann vermittelt, die 5257 (2632) Manntage leisteten. Die Hauptzunahme fiel in die Sommermonate, in denen sich im Betrieb der Getreideheber gesellschaft die Folgen des Streiks ihrer Arbeiter geltend machten, was zusammen mit dem ungewöhnlich großen Andrang von Getreideschiffen, der im Berichtsjahre geherrscht hat, die Ursache der stärkeren Heranziehung von Handgängen gewesen sein dürfte. Durch die Heber der Gesellschaft wurden 1911: 2352000 Tonnen (von 2840000 Tonnen Gesamtseeimport. D. V.) (gegen 1 896000 Tonnen in 1910, 1 821 000 Tonnen >n 1909 U nd 1 382 000 Tonnen in 1908) gelöscht, und da inzwischen drei weitere Heber in Tätigkeit gestellt sind, läßt sich annehmen, daß künftig bis auf geringe Reste der ganze Getreideimport zur mechanischen Entlöschung kommen wird. 5*