70 Klagen wegen quantitativer Verkürzung des Korns, Möglichkeit der gleichzeitigen Löschung anderer Güter, da die Saugrohre nur geringen Raum beanspruchen, und schließlich die Arbeit des Hebers ohne jede fremde Hilfe, so daß die Schiffsmaschinen schon während der kurzen Löschzeit gereinigt werden können. Und es läßt sich nicht leugnen, daß diese Vorzüge tatsächlich vor handen sind. Die geringe Zahl der Mannschaft gegenüber dem Handbetrieb macht die Beilegung eines Streiks durch Erhöhung der Löhne und im schlimmsten Falle auch einen Ersatz durch Arbeitswillige eher möglich. Auf der Hand liegt der Vorteil der Heber gegenüber dem Handbetrieb bei Witterungseinflüssen; Regen kann das Löschgeschäft bei Handbetrieb unmöglich machen, da jede Feuchtigkeit die Qualität des Getreides beeinträchtigt, Schnee und Kälte können die Arbeitsleistung beim Handbetrieb infolge Glätte stark verringern und machen zudem das Auf- und Absteigen der befrorenen Sprossen gefahrvoll. Ebenso ist die Nachtarbeit bei Handbetrieb gefahrbringend. Desgleichen steht bei dem Saug heberbetrieb der verkürzte Hafenaufenthalt mit seinen Vorzügen für die verschiedenen Parteien außer Frage, ist doch sogar bei Dockungen der Schiffe — wie es schon vorkam — eine Löschung mit den pneumatischen Hebern ohne jede Schwierigkeit möglich. Die Usanz, beim Wiegen ein Übergewicht zu erzielen, wird beim heutigen automatischen Wiegen von gleichzeitig drei Tonnen be seitigt und somit das Geschäft reeller als früher, wo man immer Posten von je 80 kg mit der Brückenwage abwiegen mußte. Ebenso hat auch die geregeltere Zufuhr durch schnellere Ent löschung günstige Folgen für die Reellität im Getreidehandel ge zeitigt. Ferner kann jetzt das übrige Löschgeschäft der Schiffe gleichzeitig mit der Getreidelöschung stattfinden, da das Heer von Trägern verschwunden ist, das früher die Schiffsluken zum Auf- und Abtragen in Anspruch nahm. Es wäre z. B. denkbar, daß jetzt ein Schiff mit Getreideladung zu gleicher Zeit seine Ladung mit Hebern löschte, daneben schon andere Ladung wieder einnähme und sogar zugleich mittels Kohlenheber seine Bunker füllte. Außer den pneumatischen Getreidehebern weist Hamburg noch zwei schwimmende Becherwerke, Paternosterwerke mit Schaufelbetrieb von je 65 Tonnen Stundenleistung auf. Die Anschaffungskosten betrugen 80000 Mark per Stück, die Kosten der Entlöschung stellen sich auf 65 Pfennig per Tonne. Der Preis für die Tonnenleistung ist somit freilich niedriger als derjenige der