< Fünfter Abschnitt, Die Bedeutung der modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen für die Seeschiffahrtsbetriebe. Um uns von dem steigenden Einfluß der Lösch- und Lade technik auf die Seeschiffahrtsbetriebe Hamburgs ein Bild machen zu können, müssen wir zurückgehen bis in die Zeit vor dem Ausbau des ersten künstlichen Hafenbeckens von Hamburg, das im Jahre 1866 vollendet wurde. Vor dieser Zeit konnte im Vergleich zu heute von einer Spezialisierung im Seeschiffahrtsbetriebe kaum die Rede sein. Reeder im Sinne des heutigen Wortbegriffs gab es noch gar nicht. Vielmehr gehörte es für ein altes, ehrbares Kaufmannshaus sozusagen zum guten Ton, ein Schiff oder mehrere Schiff für die Firma laufen zu lassen 1 ). Mit den Reedereigeschäften befaßte sich die Firma selbst wenig oder gar nicht; das war Sache des Kapitäns. So war also damals die See schiffahrt organisiert, mochten die Schiffe nun einem Kaufmannshaus gehören oder mochten sich mehrere Partner, die an und für sich andere Gewerbe betrieben, in den Besitz des Schiffes teilen. Mit dem um die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Aufschwung des Verkehrs änderte sich in etwas die Form des Seeschiffahrtsbetriebes. Es entstanden reine Reedereien, die mit keinem kaufmännischen Betriebe liiert waren. Allerdings be hielt auch dann noch der Kapitän viel Dispositionsfreiheit in Sachen der Frachtladung und mußte daher sowohl seemännische wie kaufmännische Kenntnisse haben. Aber im Laufe der nächsten Jahrzehnte machte die Entwicklung im Sinne einer weitgehenden Spezialisierung der Unternehmungen und der Arbeit immer größere Fortschritte; von irgendwelchen Dispositionsrechten des Kapitäns betreffs der Ladung etc. war bald keine Rede mehr; er blieb einzig auf die Führung des Schiffes beschränkt. Denn immer mehr wuchsen mit dem steigenden Auswandererverkehr und dem dadurch gehobenen Güteraustausch die Anforderungen an die 1 ) Nach S1 oman a. a. O.