75 des Segelbetriebes begründet, der viel von Wind und Wetter ab hängig ist. Bei diesen Linien kann nur das Bestehen einer Ver bindung überhaupt günstig auf den Handel wirken; mit pünkt licher Ankunft und Abfahrt sowie dem Innehalten ganz bestimmter Fahrzeiten ist bei Seglern natürlich nicht zu rechnen. Erst durch die Einführung des vom Wetter fast unabhängigen Dampfers war die Entfaltung der Linienfahrt zur heutigen Blüte möglich. Allerdings ergeben sich aus dem durch die Linienfahrten bedingten stärkeren Übergang zur Dampfschiffahrt auch eine Reihe von Nachteilen. So sind sowohl die Anlagekosten wie die Betriebs kosten beim Dampfer bedeutend höher als beim Segler. Hierdurch werden naturgemäß die Selbstkosten für den Reeder wesentlich höher. Aber einerseits kann er infolge des schnelleren Erledigens der Fahrten sein Schiff häufigere Reisen machen lassen und damit eine höhere Verzinsung des investierten Kapitals erreichen; und weiter kann er die erhöhten Betriebskosten dadurch mehr oder weniger wettmachen, daß er die Frachtsätze erhöht, was trotz der Seglerkonkurrenz möglich ist wegen der großen Annehmlichkeit, die das pünktliche Eintreffen und Abfahren und die schnelle Be förderung der Frachtgüter für den Kaufmann mit sich bringt. Die Fahrtgeschwindigkeiten zu erhöhen, gelang der Schiffs- und Maschinenbautechnik in glänzender Weise. Die Dampfer möglichst schnell für eine neue Fahrt bereit zu machen, das mußte durch die Verbesserung der Lösch- und Ladevorrichtungen im Hafen erreicht werden. So spielen also die Einrichtungen, die eine schnelle Abfertigung der Schiffe bezwecken, für die Rentabilität der Linienfahrten eine erhebliche Rolle. Aber nicht allein der Wettbewerb zwischen Segler und Dampfer, der Schiffe in freier und in Linienfahrt, auch die Entwicklung des Handels überhaupt verschärfte die Konkurrenz. Die Reedereien mußten versuchen, immer billiger zu transportieren. Vor allem mußte die Betriebs ausgabenquote durch Verwendung größerer Schiffstypen herab gedrückt werden. Und das wurde wirtschaftlich dadurch ermög licht, daß durch den ständig wachsenden internationalen Handel auch ständig größere Gütermengen für den Transport in Betracht kamen. Dieser Übergang zu größeren Schiffstypen bewirkte natürlich, daß das in den Schiffsgefäßen investierte Kapital stets größer wurde und ein Stilliegen der Schiffe immer bedeutendere Zinsverluste mit sich brachte. Das Löschen und Laden mußte und muß immer weiter auf das äußerste beschleunigt werden; erreichen doch heute die dem Besitzer eines ruhenden Güterdampfers mitt