<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Augustin</forname>
            <surname>Haase</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1018322442</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>9 
(530 m), des Strandhafens mit 3,4 ha Wasserfläche und einer Tiefe 
vnn 2,5 m unter H. N. 1882 wurde ein feststehender 15 Tonnen- 
Dampfkran am Kaiserkai aufgestellt. Im Jahre 1884 waren im 
ganzen 105 Dampfkräne und 47 Handkräne vorhanden, 1887 wurde 
der Baakenhafeh eröffnet; 1888 geschah die Aufstellung eines 
feststehenden 150 Tonnen-Dampfkrans am Kranhöft 1 ). 
Bis zum Zollanschluß hatten die Hamburger Hafenanlagen 
den dargestellten Umfang erreicht. Hierbei habe ich die Bauten, 
die infolge eben dieses Zollanschlusses ausgeführt wurden, nicht 
erwähnt, da sie ja in ihrer Wirkung erst später in die Erscheinung 
treten. 
An dieser Stelle möchte ich gleich auf einen wichtigen Vorteil 
Hamburgs gegenüber London hinweisen, was die Anlage der Häfen 
und Kais betrifft. Während in Hamburg der Unterschied zwischen 
den Gezeiten im Mittel 1,9 m beträgt, ist er in London 6 m groß. 
Bei London ist infolge dieses Gezeitunterschiedes die Einrichtung 
von geschlossenen, sogenannten Dockhäfen * 2 ) geboten, um den 
Höhenunterschied zwischen Kai und Schiff nicht hinderlich werden 
zu lassen. Hamburgs offene Hafenbecken lassen dagegen einen 
ständig ungehinderten Schiffsverkehr zu. 
Ein zweiter Vorteil des Hamburger Hafens vor dem Londoner 
hängt mit der praktischen Lösung der Zollerhebung in den Häfen 
zusammen. 
Hamburg konnte sich auf die Dauer nicht von dem deutschen 
Zollverein ausschließen. Durch seine Einbeziehung in das Zoll 
gebiet ist eine Politik vermieden worden, die den Warenverkehr 
des reichen Hinterlandes etwa durch Tarif maßnahm en nach preußi 
schen Häfen wie Emden oder Stettin geleitet hätte. Zugleich 
gelang es aber Hamburg, den für ihn außerordentlich wichtigen 
Durchfuhrhandel voll für sich zu erhalten, nämlich durch die Re 
servierung eines Teiles des Hafens, des Freihafens, als nicht dem 
deutschen Zollverein an gehörendes Gebiet. Die Verzollung der 
hier anlangenden Güter tritt in der Regel erst dann ein, wenn 
die Ware definitiv ins Inland geht, d. h. wenn sie die Grenze des 
Freigebietes überschreitet. Infolge der großen Bedeutung, die ein 
*) Die Zahlen über die Kräne habe ich gelegentlichen Bemerkungen der Jahres 
berichte der Verwaltungsbehörden zu Hamburg aus den betreffenden Jahren entnommen. 
2 ) Sollte ursprünglich auch in Hamburg angewandt werden, aber Verdienst des 
damaligen Wasserbaudirektors Dalmann, daß die englische Einrichtung nicht glatt ohne 
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse übernommen wurde. Die offenen Hafenbecken 
bilden heute eine Stärke Hamburgs.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
