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        <title>Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe</title>
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      <div>45 
großen Dampfer benutzen deshalb die Kaianlagen während der 
Dauer von fünf Tagen. Das Lösch- oder Ladegeschäft, das dann 
noch nicht bewältigt ist, wird »im Strom« erledigt. Denn der 
freilich bedeutend langsamere Strombetrieb mit den damit ver 
bundenen Unkosten durch längere Ruhetage stellt sich doch 
noch billiger, als das Laden des Schiffes am Kai bei Zahlung des 
Zuschlags zur Raumgebühr. Der Grund, warum der Zuschlag zur 
Raumgebühr so hoch bemessen ist, liegt darin, daß die Kaistrecken 
und Schuppen um das doppelte vergrößert werden müßten, sollte 
sowohl das Lösch- wie das Ladegeschäft auch der größten Schiffe 
am Kai bewältigt werden. Diese würden doppelt so lange Zeit 
am Kai liegen wie die Schiffe normaler Größe, und es müßte so 
mit Raum für neu einkommende Dampfer geschaffen werden. 
Das aber bedeutete eine so immense Vergrößerung der Anlagen 
und damit der Aufwendungen, daß eine Rentabilität des Betriebes 
in Frage gestellt werden würde. Man behilft sich da besser mit 
dem Umschlag an den Dückdalbenreihen »im Strom«. Um die 
großen Schiffe, die wegen des hohen Zuschlages zur Raumgebühr 
gezwungen sind, einen Teil des Umschlagsgeschäftes »im Strom« 
zu erledigen, wegen des damit verbundenen Zeitverlustes zu ent 
schädigen, hat man Sammelstellen für Ausfuhrgüter errichtet, um 
von da aus mit Wasserfahrzeugen die Güter an die Schiffe zu 
bringen. Dafür zahlen die Schiffe, die den Kai zum Löschen be 
nutzen, die Hälfte der Gebühr, die sonst die Schiffe, welche die 
Kais gar nicht in Anspruch nehmen, für derartige Anlieferungen 
von Ausfuhrgütern zu zahlen haben. 
Auch die Ladungsgebühr der Kais hat nicht unerheblich 
au f den Modus des Löschens im Hamburger Hafen eingewirkt. 
So werden geringwertige Güter, die die hohen Kaikosten nicht 
Vagen können, bei einem am Kai liegenden Dampfer meistens 
v/asserseits gelöscht. Solche Güter gelten dann als »im Strom« 
gelöscht, und es entfällt auf sie nur die Raumgebühr. 
Die Privatlcais, wie z. B. die Hapag, regeln ihren Lösch- und 
Ladebetrieb anders als die Staatskais. Sie haben sich bei ihren 
Anlagen besondere Schuppen nur für das Löschgeschäft und wieder 
andere nur für das Ladegeschäft reserviert, um eine möglichst 
große Umschlagsschnelligkeit zu erreichen. Die Bedeutung der 
Umschlagsschnelligkeit bei den großen Schiffen der Privatbetriebe 
geht schon hervor aus einem kurzen Vergleich der Durchschnitts 
größe der am Staatskai und der am Privatkai verkehrenden Schiffe. 
Es betrug nämlich im Jahre 1911 am Staatskai bei 4705 Dampfern</div>
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