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        <title>Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe</title>
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            <surname>Haase</surname>
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      <div>darauf an, das Getreide »börsenfähig« in den Hafen zu liefern, 
worunter man versteht, daß das Getreide keine groben Mängel, 
wie Darrgeruch, zu geringe Schwere etc. aufweisen darf. Gegen 
wärtig ist in Berlin die Lieferungsqualität für Weizen folgende: 
Der Weizen muß sein: gesund, trocken und für Müllereizwecke 
gut verwendbar mit einem Normalgewicht von 755 Gramm für 
das Liter. Von der Lieferung ausgeschlossen sind: Rauweizen, 
Kubanka und andere ausländische Hart- (Gries-) Weizen, ferner 
künstliche Mischung von weißem und rotem (gelbem) Weizen. — 
Ist diese Börsenfähigkeit festgestellt, so wird von beeidigten Korn 
stechern der sogenannte Standard der betreffenden Ernte für die 
verschiedenen Herkunftsländer normiert. 
Da nun beim Transport, wie erwähnt, Selbstdarre und Feuch 
tigkeit das Getreide in seiner Qualität derart beeinflussen können, 
daß es nicht mehr lieferungsfähig im Sinne der Börsenbestimmungen 
ist, so ist die Transportart des Artikels natürlich von größter 
Wichtigkeit. Wie dieser Transport am besten bewerkstelligt wird, 
darüber sind die Ansichten verschieden. Hauptsächlich stehen 
sich da zwei Anschauungen diametral gegenüber; die eine glaubt, 
daß der Transport in Säcken, die andere, daß die Schüttladung, 
also das lose Schütten des Getreides in den Schiffsraum zu bevor 
zugen sei. Jedenfalls ist diejenige Transportart als die bessere 
anzusprechen, bei welcher die Qualität des Getreides die geringste 
Einbuße erleidet. Um die Erhitzung des Getreides zu verhüten, 
wird eine Lüftung bewirkt durch Rohrleitungen, die zwischen die 
Sackladungen gelegt werden, oder bei Schüttladungen geschieht 
diese Lüftung durch Luftschächte. Einem Feuchtwerden wird 
dadurch vorgebeugt, daß man trockene Säcke benutzt, bei trockenem 
Wetter ladet und löscht und schließlich dadurch, daß man den 
Transport in trockenen Schiffsräumen vornimmt. Die Schüttladung 
hat natürlich vor der Sackladung den Vorzug bedeutender Billig 
keit. Man muß bedenken, daß die Getreidesäcke, die durchweg 
zirka 80 kg fassen, an der Börse mit 50 Pfennig pro Stück be 
zahlt werden. Nimmt man einen kleinen Dampfer von 2000 Tonnen 
Ladefähigkeit an, so stellt sich allein der Preis für die benötigten 
25000 Säcke auf 12500 Mark. Vom hygienischen Standpunkt 
freilich ist die Sackladung zu bevorzugen, da hierbei das Getreide 
leichter vor Verunreinigung geschützt werden kann und die von 
Ratten angenagten Säcke eventuell ausgemerzt werden können. 
Bei Schüttladungen ist die Gefahr der Verunreinigung natürlich 
wesentlich größer. Und doch hat die Entwicklung der Lösch-</div>
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